Und weil das so schön war mit dem Berichten meiner Misserfolge: noch ein Beispiel aus meiner 'Erfolgsgeschichte'. Satirisch etwas zugespitzt. Also nicht ganz wahr, aber lustig!
Vorletzten Samstag war 'Baueinsatz an Lolas Schule'. Da sind einmal im Quartal alle Eltern der Schule aufgerufen, sich an der Gestaltung oder Säuberung der Schule zu beteiligen. Ich gehe da nur selten hin leider (alternativ kann man seine Baustunden auch bezahlen). Aber diesmal hatte ich Zeit und wollte endlich mal wieder was Körperliches und Handwerkliches machen, nach der vielen Schreibtischzeit. Und freute mich über die anstehenden Aufgaben. Streichen war angesagt.
Voller Tatendrang schnappte ich mir einen Topf mit gelber Farbe, ohne gross Zeit für mühevolles Abdecken des Fussbodens zu verschwenden. Denn der Bodenbelag sollte sowieso bald ausgetauscht werden. Und begann mit dicken Rollen eine Flurwand zu bepinseln, dass die Farbe nur so spritzte und in langen Fäden heruntertropfte.
Im Hintergrund hörte ich jemanden der MitstreiterInnen nach einem Lappen rufen. Aber ich war gerade so fröhlich in eine Unterhaltung mit einem zwei Meter grossen, blonden und sehr gutaussehenden Niederländer vertieft, der mich für meinen glockenhellen Gesang beim letzte Weihnachtskonzerte lobte, dass ich alles um mich vergaß - und die Wand weiter mit grossen kräftigen Strichen bearbeitete. Mit stolz geblähter Brust, dass ich endlich mal positiv auffalle!
Ich fühlte mich nur etwas gestört durch eine Frau, die ständig zwischen meinen Beinen auf dem Boden herumkroch. „Darf ich mal?“, fragte sie entschuldigend. Und wischte tausende gelber Tropfen und Fussabdrücke vom Boden ab, die sich unter und hinter mir ausgebreitet hatten.
Beim kurzen Check meiner Schuhsohlen erkennte ich erschreckt, dass sie vor Farbe trieften – und ich augenscheinlich die Verursacherin all dieser Flecken war. Für eine Millisekunde empfand ich einen Fluchtimpuls. Doch dann winkte ich ab und sagte mir: „Wo gehobelt wird, da fallen auch Späne“ und rollte enthusiastisch weiter. Voller Freude, dass es endlich mal andere sind, die den Dreck wegmachen.
Der Ehrlichkeit halber muss ich zugegebn, dass das mit dem Ende gar nicht stimmte. So lässig war ich leider nicht. In Wirklichkeit ging die Geschichte so aus:
· Voll Schrecken drückte ich den Pinsel schnell einer anderen Mitstreiterin in die Hand, und suchte das Weite. Als ich zurückblickte, ob jemand meine Flucht bemerkt hatte, sah ich eine lange Reihe gelber Tapser hinter mir. Hektisch zog ich meine Schuhe aus, und rannte auf Socken durch den Schnee davon.


























