Samstag, 30. Januar 2021

Online - Lesung aus 'Lolas verrückte Welt"

Morgen gebe ich meine erste Online-Lesung aus meinem Buch. In der Frauenkultur Leipzig, und Ihr dürft live dabei sein! 

Ich würde mich sehr freuen, viele von Euch im Publikum zu wissen. 

Um 15 Uhr geht es los, bis etwa 16.15 Uhr. Und hier der Teilnahmelink, dem Ihr einfach nur zu folgen braucht. 

Genug Zeit also für einen schönen Vormittagsspaziergang, um dann gemütlich auf dem Sofa mit Glühwein und Plätzchen, oder Sekt und Lachshäppchen, dabei zu sein. 



Mittwoch, 20. Januar 2021

Licht und Schatten


Und - so erstaunlich es ist - wir schlagen uns ganz gut durch diese Zeit. So anders und unvorhersehbar gerade vieles ist, wir haben es uns in unserem Familienalltag ganz gut eingerichtet. Wie Möbelstücke in einer gemütlichen Wohnung...

Schlafen lange aus, frühstücken ausgiebig, dann machen die Kinder (mehr oder) weniger begeistert ihre Hausaufgaben (Mama, musst Du nicht noch Zeitung lesen?). Und ich kann tatsächlich parallel so manchen Schreib-Workshop am Rechner geben. Während die Kinder nebenan spielen und hoffentlich grad nicht gar so laut Musik hören... und im Falle von Lola dazu singen ('brüllen').

Musikunterricht und Kinderchor gibts mittlerweile als zoom-Konferenz, und die Kinder machens erstaunlich gut mit. Lola kann sogar alles schon alleine bedienen... (naja, stumm stellen vor allem).


Und seit ich nachmittags auch nur noch jeden zweiten Tag mit den Kindern nach draussen gehe, was Lola immer vehement blockiert hatte, ist auch der Nachmittag wunderbar entspannt. Wir spielen Activity, Skip-Bo, Scotland-Yard. Backen Kuchen und verzehren ihn. Und gucken abends zusammen noch einen schönen Film (statt der üblichen Action-Zeichentrick-Filme mittlerweile sogar Tierdokus, weil die so schön beruhigend sind), und lesen zur Nacht noch gemeinsam die "Unendliche Geschichte" bzw. "Die wilden Hühner und das Leben" für Lola.

Seit ich den Anspruch wirklich auf das Allerwesentlichste gesenkt habe, was fürs finanzielle berufliche Überleben gerade nötig ist. Und so viel wie möglich schlafe. Und einfach mit den Kindern mitlebe, geht es wirklich erstaunlich gut.


 
Und abends, ab 22 Uhr, wenn die Kinder wirklich fest schlafen, habe ich dann sogar noch ein paar Stündchen für mich. In denen ich es doch tatsächlich geschafft habe, an dem Buch über meinen Vater   weiterzuschreiben. Was ich - gerade zur Zeit - nie für möglich gehalten hätte. Denn eigentlich ist grad weder Zeit noch Raum noch Abstand dafür. Den das Schreiben so eines Buches eigentlich braucht.

Ich habe einfach angefangen, über die so vielen guten und stärkenden Erinnerungen an meinen Vater zu schreiben. Die Jahre der Kindheit, der Jugend, so viele Bilder wieder in mir geweckt, die so lange vergraben, verschwunden waren. Auch verdrängt. Als habe ich plötzlich eine Sprache wieder gefunden, für all das Erlebte, das ich mit dem Schmerz und Unverständnis über seinen Tod vergessen und verdrängt hatte.

 
Jetzt hole ich Bild für Bild all die prägenden Erfahrungen wieder in mir selber ans Licht. Schreibe sie auf. Und schaffe in mir und uns eine Welt, die uns hält. Auch wenn vieles gerade an so vielen Stellen auseinanderzufallen droht. Wir halten uns. In der Liebe und dem Vertrauen, das nicht zuletzt mein Vater uns immer geschenkt hat. Danke dafür!

Freitag, 8. Januar 2021

Ferien ade, scheiden tut weh...

Die Ferien sind vorbei. Diese wunderbare Zeit, fern der Zeit. In einer Blase haben wir uns befunden über diese Feiertage. Uns eingerichtet in einer Welt der Geschichten, der Düfte, des Lichts und der ausgedehnten Spaziergänge. Lange habe ich keine derart ruhigen und beseelten Weihnachts- und Neujahrestage verbracht. 

Dafür war der Übergang in den Homeschooling und -working Alltag umso jäher. Die Kinder sind zwar fleissig und motiviert bei den Hausaufgaben. Selbst Lola hat heute ohne Murren für die Geometrie-Epoche ihren Zirkel gezückt. 

Doch mir gelingt es kaum, neben den Kindern meine Beratungen und Workshops vorzubereiten. Geschweige denn, an meinem Buch weiterzuarbeiten. 

Es gibt keinen Freiraum dafür. 

Ach doch, während des Kochens habe ich gestern heimlich über die Fragen einer Klientin nachgedacht. Und darüber, welche Frage für das Buch über meinen Vater wirklich relevant ist. Und wie ich ganz 'beiläufig' darüber schreiben kann, wenn ich mal wieder Zeit habe.

Das bekam der Sahnesosse leider nicht gut, die so 'reduziert' war, als ich mit Nachdenken fertig war, dass ich sie nur noch als braune Kruste aus der Pfanne kratzen konnte. Zum Glück hatten wir noch Pesto. 

Zur Aufmunterung hat Greta während des Essens berichtet, dass die sächsischen Winterferien vorverlegt werden. Hurra! Genau in die Woche, wo ich mir sieben Online-Workshops, Lesungen bzw. Supervisionstermine hingelegt habe.

"Ist doch super, Mama! Eine Woche früher Ferien. Das kriegst du doch auch noch hin." 

Da wurde ich kurz ungemütlich. Mir ist einfach die Sicherung durchgebrannt. Und Greta hat ihre Pestonudeln lieber alleine in ihrem Zimmer weiter gegessen. 

Heute früh hat sie mir vorgeschlagen, ich soll mal woanders zum Arbeiten hingehen. Sie kann auch was kochen... 

Das ließ ich mir nicht zweimal sagen. 

Und als ich heute nach zwei Stunden Beratungsgespräch wieder nach Hause kam, standen frisch gebackene Pfannkuchen auf dem Tisch, ganz ohne Brandspuren. Die Kinder hörten gemütlich Musik. Und die Welt war für einen Moment wieder in Ordnung. 

Und vielleicht fahren wir in den vorverlegten Ferien einfach in den Schwarzwald. Wie ursprünglich geplant. Die Kinder bauen draussen Schneemänner, und ich gebe drinnen meine Online-Workshops. Familien-urlaub hatte ich mir anders vorgestellt. Doch da war der homo flexibilis (besser: femina super-flexibile) ja auch noch nicht erfunden.

Aber in drei Wochen ist wahrscheinlich eh alles wieder anders...  doch da fällt mir bestimmt auch wieder was ein, oder einem der Kinder. Wenn uns nicht vorher irgendwann die Sicherung durchgebrannt ist.

Dienstag, 29. Dezember 2020

Eine kleine Sehnsucht...

So wunderschöne Feiertage liegen hinter uns. Ich hätte so viele Gründe, froh und glücklich zu sein.

Doch da ist etwas in mir, was schwermütig ist. Was diese Tage festhalten will. In Geschenkpapier verpacken und nochmal aufreißen. 

 

Nochmal erleben.


 
Noch mal zurück. In diese Tage der Vorfreude, die ich dieses Jahr so intensiv wie lange nicht genossen habe. Mit jedem Plätzchen,  jeder gemalten Weihnachtskarte, jedem Teelicht. 


 
Ein klein wenig habe ich mir das Weihnachten meiner eigenen Kindheit zurückgezaubert. Und - Corona sei Dank - ist es gelungen. So wenig im Kontakt mit der Außenwelt, was die Weihnachtsillusion perfekt. Wir waren abgetaucht in eine eigene, friedvolle Welt der Lieder und Geschichten, der Träume und des Glaubens, an die Macht der Geschenke und der Liebe. Die wir geben und empfangen.


Doch die Zeit ist vorbei. Wir sind 'zwischen den Jahren'. Zwischen dem Gestern und dem Morgen. Im Land des Unbestimmten, der Möglichkeiten. Irgendwo dazwischen.


Ich weiß, dass es darum geht, so vieles loszulassen. Was dieses Jahr an Schwerem in mein Leben gebracht hat. Mir erst so viel genommen, und dann ein Vielfaches wiedergegeben. In verwandelter Form. Und ich sollte lachen und tanzen und auf den Tisch hauen vor Dankbarkeit.


 Und doch ist da heute diese Schwermut in mir. Eine kleine feine Dunkelheit. Die sich wie ein Schleier vor mein Glück gelegt hat. Und ich finde heute noch nicht einmal eine komische Variante oder die Kraft, eine tragische Anekdote daraus zu machen. Ich kann es einfach nur so wahrnehmene. Und benennen. 

Und diese Bilder daneben stellen. Weil sie mich erinnern an diese lichterfüllten Vorweihnachtstage, wartend auf das Fest. Voller Vorfreude. Um vielleicht wieder diese Freude in mir zu entzünden. Wartend auf das Ende. Diesen Jahres. Und den Beginn eines Neuen. Ein riesengrosses Geschenk, das das Leben mir macht.  Und schon ganz bald, werde ich das Papier aufreissen und staunen ...

Sonntag, 27. Dezember 2020

(Nicht nur) virtuelle Weihnacht

An verschiedenen Orten haben wir mit meiner Familie dies Jahr gefeiert. Und doch verbunden. Nicht nur geistig, sondern auch virtuell, auf dem Bildschirm... Ein echtes Abenteuer, zumindest für meine Mutter. 

Zum Glück hat der Wuppertaler Weihnachtsmann (alias 'Oma' und Onkel Nick) vorher auch noch was ganz und gar Analoges auf den Weg gegeben. 

Feine Literatur .... für die junge Frau, auf dem Weg in die (zunächst einmal geistige) Eigenständigkeit. 

Und für den jungen Herren, dem die Freude an der Bühne und guten Geschichten in die Wiege gelegt wurde.



Und für die Primadonna, die mit ihrem Ballkleid allen anderen die Show stahl, das adäquate Styling-Equipment. 

Weihnachtsfreude pur. Hach, solche Momente der 'Extase' lassen doch alle Sorgen vergessen. 

Und ja, ich mag Weihnachten einfach. Total old-fashioned und analog. Wenn's knistert und knackt und das Herz einen Hüpfer macht. 

Donnerstag, 24. Dezember 2020

Licht muss wieder werden...

Wir wünschen Euch allen eine friedliche und selige Weihnacht. Zusammen mit Menschen, die Euch lieb sind. Und geistig mit all den anderen verbunden, die Euch am Herzen liegen. Egal wo sie sind. Nah oder fern. Im Diesseits oder im Jenseits. 

Es ist ein besondere Weihnacht, die wir dieses Jahr feiern. Und gerade deswegen öffnet sie den Raum, vieles neu und von einer andere Seite zu betrachten. 

Und die Musik ist von jeher ein Verbindungsglied gewesen. Zwischen den Menschen, den Herzen und den Welten. Und so lade ich Euch ein, dieses wunderbare Weihnachtskonzert anzusehen oder anzuhören. 

Gespielt von der Jugendmusiziergruppe Praetorius aus Leipzig, wo Greta Geige mit spielt (vielleicht könnt ihr sie entdecken, kleiner Tip: 1:05:00) 

Es ist ein wirklich sehr bewegendes und berührendes Konzert, das die Kinder und Jugendlichen unter herausfordernden Umständen aufgenommen haben. Ohne Publikum, dafür aber mit viel Abstand und Technik. Es zu sehen, geht unter die Haut... In einem Jahr, in dem sie keinerlei Konzerte spielen konnten und nur im September und Oktober proben konnten.

Und doch... es wirkt. Der Zauber wirkt. Und die Musik verbindet...  Auch uns. 

Eine frohe Weihnacht, Euch allen! 



Dienstag, 22. Dezember 2020

A matter of perspective

Und wie ich gestern so auf der Strasse stand und wartete, da fiel mein Blick auf einige Dinge, die mir noch nie aufgefallen waren. 

Und wie man das heute so macht, zückte ich meine Kamera, und fing die Dinge ein. Und konnte  auf einmal noch mehr von ihnen sehen, überall. Die Muster, die Schrägen, die Tiefe und den Raum, der sich auftut. 

Die Hinterlassenschaften der Gezeiten und Gletscher, zusammengepresst auf der Strasse. Millionen Jahre Erdgeschichte unter meinen Füßen. 

Zeugnisse auch der jüngeren Erdbewohner - der Bäume und der Menschen, dazwischen Raum, wo Neues gedeihen kann, wenn es Platz hätte. 


Ich sah den Raum für Ohren, die gerne zuhören. Wenn einer spricht. Oder wollten, dass einer spricht.
 

Kleine Kunstwerke nie bekannter Meister, für kein Publikum bestimmt. Nur für mich, in diesem Augenblick.


Weil ich die Welt mal ganz nah rangeholt hab, meinen Fokus gerichtet auf das Detail. Weg vom Blick auf das Grosse Ganze, das längst nicht so vielversprechend aussah.  



Und der Tag heute war dann auf einmal ein ganz beseelter. Trotz all der Widrigkeiten im Großen und Ganzen - oder gerade deswegen? 

Denn wenn ich ganz nah ran gehe, wird auch das Warten in einer 30 Meter langen Schlange vor der Post zu einem kleinen Abenteuer und einer Reise in der Zeit. Alles eine Frage der Perspektive, dachte ich mir, fast schon beglückt.