Lola's Schulzeit neigt sich dem Ende zu. 12 lange Schuljahre in der inklusiven Waldorfschule, von der Lola gerade nur schweren Herzens Abschied nehmen kann.
Seit April ist Lola zwar noch offziell an der Schule, aber - anders als der Rest ihrer MitschülerInnen, die gerade ihre Realschulprüfungen hatten bzw. sich intensiv auf das Abitur im nächsten Jahr vorbereiten, macht sie für zwei Monate berufliche Praktika - außerhalb der Schule.
Was natürlich eine tolle Möglichkeit ist, in verschiedene berufliche Tätigkeiten hineinzuschnuppern und Arbeitserfahrungen zu sammeln, aber diese Zwischenzeit zwischen Schulzeit und Ausbildung bzw. Berufsbildungsbereich (BBB) in der Werkstatt, ist für Lola oft nur schwer auszuhalten.
Ihr fehlt ihre Klasse, der Schulclub, die Schule, sie vermisst sie schrecklich. Gleichzeitig will sie sich gerne auf das Neue konzentrieren und die Schule am liebsten 'vergessen' (so sagt sie selber). Da es Ende Juni aber nochmal eine Abschiedswoche gibt, wo sie alle zusammen als Klasse zelten gehen und natürlich die große Abschlussfeier mit Zeugnisübergabe stattfindet, ist das mit dem Vergessen gar nicht so einfach für sie.
Umso schöner ist es, dass sie bei verschiedensten Praktika auf andere Gedanken kommt und - so viel Freude hat.

Aber gut, jetzt wird Lola erstmal für zwei Jahre den Berufsbildungsbereich (BBB) einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung (WfbM) absolvieren und sich noch etwas weiter 'qualifizieren'. Wahrscheinlich im Bereich Hauswirtschaft und Küche, was ihr am meisten Spass macht. Und dann, mal schauen...
Vielleicht kann sie in den nächsten Jahren die Kita an der Heilandskirche im Rahmen eines Praxisbausteins oder vielleicht sogar eines kleinen Arbeitsverhältnisses oder Außenarbeitsplatzes unterstützen? Noch Zukunftsmusik. Aber für mich zumindest ein echter Traum.
Gerade ist Lola erstmal für vier Tage auf dem Hof einer Bekannten an der Saale und hilft ihr bei der Versorgung der Tiere und bei allem, was so anfällt in Küche, Garten und Hof. Hier ein kleiner Eindruck von Montag, als ich sie dorthin gebracht habe, und sie sich sofort mit den drei Hunden angefreundet hat und nicht mehr von deren Seite wich.
'Meine Traum wird wahr', sagte Lola mir, als wir ankamen. Denn vom Leben auf einem Bauernhof mit ganz vielen Tieren träumt sie schon seit Jahren. Es gehört fest zu ihrer Vision der Zukunft. Und ich habe mich riesig gefreut, dass sich meine Bekannte bereit erklärt hatte, dass Lola ein paar Tage mit dem Hof lebt und 'hilft'.
Morgen hole ich sie wieder ab und bin gespannt, wie es dort gelaufen ist, was sie erlebt hat und ob sie sich auch dort hat helfend einbringen können :-) Oder ob es doch eher als Tierstreichel-'Working'-Holiday gelaufen ist.



















