Freitag, 20. Februar 2009

Auch wir können es!

In der Wochenendbeilage der spanischen Wochenzeitung El Pais wird an diesem Wochenende eine grosse Reportage über Menschen mit Down-Syndrom und ihre Arbeit erscheinen. Über Menschen, die eine Zukunft haben und ihr Leben selber in die Hand nehmen. Eine Videovorschau kann man sich hier auf der Seite anschauen. Ein wunderbarer Einblick in die Vielfalt der Jobs, die Menschen mit Down-Syndrom ausüben - und gerne ausüben, wie man unschwer erkennt.

Dieses grosse Medieninteresse am Thema der Beschäftigungssituation von Menschen mit besonderen Bedürfnissen in Spanien ist sicher auch durch die berühmte Frage von Izaskun Bueda an den Präsidenten Zapatero geweckt worden. In einer Fernsehtalkshow, die mit den höchsten Einschaltquoten an jenem Abend, hat die junge Frau mit Down-Syndrom den Präsidenten ganz charmant gefragt, wie es denn mit der verfassungsgemäß zugesicherten Quote von 2-5% Behinderten im Kongreß aussähe. Sie habe da noch niemanden mit Behinderung gesehen, würde sich aber gerne bewerben. Sie habe eine Ausbildung als Verwaltungsangestellte, arbeite zur Zeit aber in einer Konditorei. Für eine Arbeit im Kongress sei sie also qualifiziert. Gleich nachher würde sie dem Herrn Präsidenten ihren Lebenslauf geben. Sie warte darauf, ihr Leben zu ändern. In Video kann man sich ihren Auftritt hier anschauen.

Mit einem wunderbaren Geschick und unglaublichem Witz und Charme hat diese junge Frau damit die immer noch schlechte Beschäftigungssituation von Behinderten zum Medienthema gemacht. In den letzten Jahren drängen zwar mehr und mehr Menschen mit besonderen Bedürfnissen auf den Arbeitsmarkt, was sich auch in den wachsenden Arbeitslosenzahlen spiegelt (immerhin, sie suchen ja Arbeit, vorher blieben sie zuhause oder auf dem zweiten Arbeitsmarkt). Aber die Arbeitslosenquote liegt immer noch weit über dem Durchschnitt in Spanien, das heisst viele behinderte Menschen wollen gerne arbeiten, aber finden keinen Job. Es ist zu hoffen, dass die rollende Medienkampagne den öffentlichen Druck auf die Betriebe erhöhen wird, so dass sich die Jobaussichten für Menschen mit besonderen Bedürfnissen weiter verbessern.

Wie sind eigentlich die Zahlen in Deutschland? Gefühlt schlechter, denn ich wurde noch nie von jemandem mit Down-Syndrom bedient, weder im Blumenladen, beim Bäcker oder im Supermarkt... Ach doch, in der Mensa bei der Geschirrannahme, klar, öffentlicher Träger. Aber auf dem freien Arbeitsmarkt? Ich höre immer wieder Reportagen, einzelne Fälle, aber die Regel scheint es nicht zu sein. Ich muss mal recherchieren...

Nosotros tambien podemos

En el pais semanal de este domingo saldra un gran reportaje sobre personas con sindrome de Down, que tienen trabajo y se buscan su futuro. Aqui se puede ver un avance en video del reportaje del suplemento.

En las ultimas semanas el tema de la baja, pero creciente participacion en el mercado laboral por gente con sindrome de Down ha sido muy hablado en toda la prensa de la peninsula. La discusion fue inspirada por la famosa pregunta de la joven Izaskun Buelta al presidente Zapatero. Un pequenho video de ella y de su encuentro con Zapatero se puede ver aqui.

Tortilla


Ricardo hat heute nach langem mal wieder Tortilla gemacht. Die Kinder waren begeistert. In letzter Zeit spuckt mir Lola immer öfter den Brei aus dem Gläschen entgegen. Aber Papas Essen, sei es sein lecker Risotto, die Pasta oder eben die Tortilla, die verputzt sie ganz sauber und ordentlich, naja, so gut man das eben mit zwei kleinen Patschehändchen kann....


Nach dem Essen soll man ruhn...

La merienda




Lola, immer noch ein bisschen angeschlagen vom letzten Virusinfekt. Oder ist es die Dauer-Bronchitis? Aber sie ist guter Dinge und essen will sie zum Glück immer. Reiswaffeln sind grad ganz hoch im Kurs....






Reicht das jetzt, mit dem fotografieren?

Sonntag, 15. Februar 2009

Für Mirjam, den Engel!

Dies ist für die kleine Mirjam, die am Samstag morgen ganz plötzlich und viel zu früh von uns gegangen ist. Ich habe gerade erst davon erfahren und bin einfach nur fassungslos. Ich kann es nicht glauben, will es nicht glauben. Und doch...

Alle Kraft dieser Welt für Euch, liebe Gabriela und Familie. Dass Mirjam's Liebe und ihr Lachen immer bei euch sind. Immer. Und alle Kraft dieser Welt auf deinem Weg, liebe Mirjam!

Wir denken an Euch!

Donnerstag, 12. Februar 2009

Unsere grosse Lady wird 3


Greta, unsere Grosse, ist heute DREI geworden! Noch klein, vielleicht, aber irgendwie doch auch schon ganz schön gross. Voller Charme und Lebenslust, unsere kleine Greta. Zum Verlieben komisch oft und zum Verzweifeln dickköpfig. Ein Charakterköpfchen. Unsere kleine Lady!


Und es kam auch wieder ein Paket aus Wuppertal. Von der Schiffergesellschaft. Frau Schiffer, die Mutter meiner lieben Freundin Becki hat sich wieder mal selber übertroffen und Greta einen unglaublich schicken Pullunder gestrickt, den man lässig über dem Rock tragen kann. Im Frühjahr macht der sich bestimmt 'ganz schick', wie Greta immer sagt.

Und eine wunderschöne Kindergartentasche, natürlich in ROSA, mit einer ganz eleganten langen Rose vorne drauf und einem schönen grossen Knopf aus Kokos. Sieht einfach umwerfend aus diese Tasche! Gestrickt und dann heiss in der Waschmaschine gewaschen, was den Effekt des Filzens hat. Danke Frau Schiffer, DANKE!

Und auch für die kleine Schwester gab's was. Eine neue Mützenkollektion, die Lola einfach alle ganz wunderbar stehen. Sind eher kleine Häubchen, so wie die von Rotkäppchen, und sind die einzigen Mützen, die Lola nicht doof im Gesicht rumhängen, weil soviel Mütze am Hinterkopf übrig ist.


Greta's liebstes Geschenk kam dann Nachmittags, zusammen mit der Oma. Eine Puppe! Nicht das sie noch keine hätte, sie hat schon sicher vier Stück, aber keine mit solchen Haaren zum kämmen und frisieren. Einfach bezaubernd. Greta hat die Puppe, getauft auf den Namen Käthe (klar, es ist eine Käthe-Kruse-Puppe), nicht mehr losgelassen, hält sie in ihrem Bettchen fest im Arm.


Wie schön, wenn Oma einen noch füttert. Naja, Greta war nun schon lange genug krank, eine Woche mit Grippe, da muss einen die Oma mal ein bisschen aufpäppeln....


Bleibt zu hoffen, dass wie jetzt mal langsam alle wieder auf die Beine kommen, denn seit einer Woche liegen Greta und ich flach, mit Fieber, Husten und den üblichen Grippesyptomen. Jetzt sind wir zwar über den Berg, aber nun fängt Lola an zu schwächeln. Sie hat sich wirklich wacker gehalten die ganze Woche, ausgedehnt ganz alleine gespielt und erzählt, während wir beiden grossen Mädels auf dem Sofa dahindämmerten. Naja, jetzt müssen wir uns wohl ein bisschen um die Kleine kümmern.... Aber vielleicht geht's ihr morgen ja schon wieder besser.

Montag, 2. Februar 2009

Lesen - früh übt sich!

Eine schöne Woche im Bergischen Land liegt hinter uns, im Haus meiner Eltern auf dem Lande, bei schönstem Winterwetter und gemütlichem Kaminfeuer. Die Kinder von Oma optimal versorgt, mit leckerstem Essen und den Attraktionen des Landlebens, zum Beispiel sieben wilden Katzenkindern. Greta war begeistert.

Der letzte Tag unseres Aufenthaltes war gekrönt von einem Besuch bei dem Seminar zum 'Frühen Lesen' in der Down-Syndrom Ambulanz in Velbert. Was wirklich unglaublich interessant und inspirierend war. Und mir vor allem gezeigt hat, was alles möglich ist, wenn man nur fleissig dabei bleibt. Nicht viel, aber jeden Tag ein bisschen. Martina Zilske hat wirklich wunderbar gezeigt, auch in Videos, wie sie mit ihren Töchtern schon von ganz klein an, sobald sie sitzen, geben und zeigen konnten, das Karten und Wort zuordnen geübt hat, um sie so auf das Lesen vorzubereiten. Kurz später schon haben sie Buchstaben kennengelernt, unterstützt von Ganzkörpergebärden. Und bald schon das Lesen ganzer Wörter und kurzer Sätze, da waren sie knapp drei Jahre alt. Der Hammer! Und das Resultat war wirklich mehr als bezaubernd, die beiden mittlerweile fast jungen Mädels, 8 und 10 Jahre alt, flink wie Wiesel und bunt angezogen sprangen sie bei dem Semniar herum und zeigten ihre Lesekünste. Sie lasen einfach aus Büchern vor, wie jedes andere Kind ihres Alters und freuten sich über den Applaus. Und verschwanden schnell wieder zu den anderen Kindern, irgendwo anders in dem grossen Gebäude, mit dem Fahrstuhl in den zweiten Stock und dann... Schon waren sie weg, 'Wir kennen den Weg, Mama'. Das macht wirklich Mut, denn der Weg dahin ist Arbeit, soviel wurde klar. Jeden Tag, immer wieder, nicht locker lassen, und vor allem nicht auf den Trick des 'das kann ich nicht', 'das will ich nicht' reinfallen, erst gar keine Hilflosigkeit anerziehen. Einfach auch mal 'hart' sein. Und eben am Ball bleiben.

Und warum das 'frühe Lesen'? Was soll diese Kulturtechnik im Kinderzimmer? Im Grunde ist es eine Stütze des Spracherwerbs über den visuellen Kanal. Eine Sichthilfe, um die oft sehr schlechte akustische Wahrnehmung und das schlechte auditive Gedächtnis zu kompensieren. Denn die geschriebenen Worte bleiben stehen und bieten so noch einen zusätzlichen Kanal, über den die Sprache verarbeitet werden kann. Das frühe Lesen soll also den Spracherwerb unterstützen und gar nicht unbedingt das Lesen trainieren, das ist höchstens ein angenehmer Nebeneffekt. Und die damit erreichten Erfolge sind beachtlich. Sue Buckley, die in Portsmouth schon seit Jahren zum Spracherwerb bei Kindern mit Down-Syndrom forscht, konnte zeigen, dass Kinder mit Down-Syndrom, die früh lesen lernen später im Schnitt 4 Worte mehr pro Satz verwenden als gleichaltrige, die nicht so früh mit dem Lesen begonnen haben.

Im Seminar wurden verschiedene Methoden aufgezeigt, die man verwenden kann. Vor allem das Macquarie-Programm, ein Bestandteil des Frühe-Schritte Programmes, das Martina Zilske vorgestellt hat. Danach beginnt man schon recht früh, Bild- und Wortkarten einander zuordnen zu lassen, wie in einem Lotto. Danach werden die Buchstaben mithilfe von Ganzkörpergesten eingeführt und spielerisch kennen- und fühlen gelernt, mithilfe von grossen Holzbuchstaben und Puzzels. Wenn die Kinder etwa 50-80 Wörter lesen bzw. erkennen können (natürlich können sie an diesem Punkt noch nicht synthetisch lesen), beginnt man mit dem Lesen ganzer Sätze, wie zum Beispiel 'Das ist ein Buch' oder 'Ich will den Apfel essen'. Dieser ganze Prozess ist aber immer auch von vielen Gebärden begleitet, für die Wörter, die die Kinder noch nicht sprechen können, aber auch für die Funktionswörter und Hilfsverben in den Sätzen. Ich fand die Mischung aus Gebärden, Bildern, geschriebenen Worten und natürlich den gesprochenen Worten und Sätzen ganz wunderbar. Da werden alle Kanäle angesprochen. Auch Musik wurde wohl sehr viel verwendet, Gesang, aber Martina Zilske ist leider nicht weiter ins Detail gegangen. Sie meinte nur mal in einem nebensatz, dass sie ohne die Nutzung von Musik wohl nie so weit gekommen wäre.

Im Anschluss wurde noch einen weitere Methode nach Glenn Doman vorgestellt, von Arno Detlefsen, die relativ wenig Aufwand bedeutet, vor allem für das Kind und quasi passiv erfolgt. Die Methode ist als das Arbeiten mit 'Flashcards' in den USA sehr verbreitet. Den Kindern werden täglich einfach Wörter auf einer Karte gezeigt und kurz vorgelesen, immer 5 Wörter hintereinander, bis zu 15 Mal mal am Tag. Einfach kurz vorlesen und warten und eine Stunde später wieder vorlesen und so weiter. Das Prinzp erklärt Arno Detlefsen auf der Seite der Elterninitiative Hilden sehr gut, dort kann man sich auch die fertigen Karten in Din-A-4 Format runterladen. Ich finde die Methode eigentlich ganz schön, weil man dem Kind einfach im Vorbeigehen eine ganze Menge Worte zeigt, sowohl über den auditorischen als auch den visuellen Kanal. Zwar nur ganz kurz, aber immer wieder, über einige Tage hinweg. Ähnlich wie bei dem Macquarie-Programm bietet also hier das geschrieben Wort eine schriftliche Stütze für das gehörte, das dadurch besser verarbeitet und gespeichert werden kann. Vorteil ist auch, dass man nicht immer auf das aktive Mitwirken des Kindes angewiesen ist. Aber natürlich muss das Kind motiviert und aufmerksam sein und vor allem muss man das ganze regelmässig machen. Und wirklich funktionieren wird das ganze wohl auch nur, wenn man sich trotzdem noch hinsetzt und den Kindern auch die Bedeutung der gelesenen Worte näher bringt, indem man zum Beispiel gemeinsam auch Bild-Wort-Bücher liest.

Insgesamt also eine Fülle von Ideen. Ich habe schon angefangen, am Computer eine Power-Point-Präsentation zu erstellen mit den Worten und auch Fotos. Weil ich erstmal keine Lust hatte, die Karten auszudrucken und laminieren zu lassen. Vor allem aus Kostengründen. Lola hat aber vor allem auf den Computer an sich gestarrt, sich auf die Tastatur gestürzt, und nicht unbedingt auf den Bildschrim geschuaut. Nur als das PAPA stand und ich das auch vorlas, war sie begeistert: BABABA. Und als dann noch sein Foto kam, ging's ganz aufgeregt weiter, BABABA. Sie sagt es immer öfter, immer wieder. Und auch manchmal, wenn der Papa da ist.