Dienstag, 6. Oktober 2009

Greta an der Kamera continued




Mach doch mal ein Bild vom Papa...

Heut nachmittag hat Greta gefragt, wann der Papa denn endlich wieder kommt. 'Ich hab den Papa so lieb', hat sie noch hinzugefügt. Und sie wollte, dass ich ein Bild mache vom Papa. Das hab ich geschossen...



Hoy pregunto la Greta quando vuelve el Papa. 'Quiero mucho a Papa', dijo despues. Y queria que sacara una foto del Papa. Saqué esta....

Montag, 5. Oktober 2009

Und weg war der Finger


Nach meinem Besuch bei Monika Aly von der Pikler-Gesellschaft bin ich relaxter denn je, was Lolas 'Förderung' angeht. Ich lasse sie einfach viel mehr alleine machen, aber auch mehr denn je teilhaben am Alltag, auch dem vermeintlich unangenehmen Teil des Saubermachens. Und das Ganze wird plötzlich zum Abenteuer...

Lola besiegt ihre Angst vor dem Staubsauger und untersucht das saugende Ungeheuer gründlich. Bis es ihren Finger aufsaugt....

Aber das stört sie wenig, wie auch sonst kaum etwas. Zur Zeit hat sie ein Seelengemüt und ist trotz grösster Widerstände nicht kleinzukriegen. Beim fröhlichen Spielen in Ricardos Büro ist sie heute rückwärts vom Sofa gestürzt, während ich im Flur zusammen mit Greta deren Bleistiftzeichnungen auf den Altbautüren wegradiert habe. Und kurz darauf, als ich nur ganz kurz mit Greta im Bad war, hörte ich es plötzlich wieder brüllen, ganz fürchterlich. Als ich in's Zimmer gerannt kam, steckte Lolas Kopf zwischen Sofa und Schreibtisch. Wie sie auf das Sofa geklettert ist, habe ich allerdings nicht beobachten dürfen. So viel zu ihren 'grobmotorischen' Fortschritten.


Ansonsten hat sie sich intensiv mit dem dicken Pons Spanisch-Deutsch-Wörterbuch beschäftigt, es in einer unendlichen Geduld durchblättert, mit den extra dünnen Seiten. Und danach noch einen Katalog vom argentinischen Film säuberlich auseinandergenommen und sich jedes Foto dreimal angeschaut. Ganz zu schweigen von den vielen Kastanien, die sie aus einer alten Kaffeedose gekramt hat und fein säuberlich auf einen alten Koffer geordnet hat. Die Kaffeedose trug sie daraufhin als Handschuh, etwas später benutzte sie sie als Trompete und dann als Trommel. Später in der Küche, während ich Essen machte, hat sie alte Joghurteimer aufeinander gestapelt und Magnetbuchstaben aus einem Mixbecher gefischt und ordnungsgemäß an den Kühlschrank 'geklebt', wo manche sogar hängen blieben. Wenn das nichts ist, was Madame da so ganz von alleine ausprobiert. Vielleicht hat Emmi Pikler doch recht....


Dieses letzte Bild zeigt Lola mit allen Schrammen und Bleussuren der Erkältungszeit. Ihre arme Nase ist schon ganz wund vom vielen Naseputzen, aber sie ist glücklich.

Ein fröhliches Winken und ....

Heute morgen habe ich Lola bei ihrer Tagesmutter Annette abgegeben. Normalerweise weint sie immer ein bißchen, wenn ich gehe, streckt die Ärmchen nach mir aus. Annette versichert mir immer, dass sie sich nach etwa 30 Sekunden wieder beruhigt und danach fröhlich und ausgelassen spielt. Aber naja, der Trennungsmoment ist doch immer ganz traurig....

Heute morgen habe ich sie bei schönstem Herbstwetter zum Zoo gebracht, wo Annette schon mit den anderen Kindern vor dem Haupteingang wartete. Ich habe Lola in den grossen Doppel-Kinderwagen gesetzt und sie? Hat mir fröhlich zugewinkt, mit den Beinen gestrampelt und nach vorne zum Zoo geschaut. Da war ich dann doch ein bisschen verdattert. Annette meinte nur: "Na, du wolltest es doch so." Da hab ich dann zurückgewinkt und bin fröhlich meines Weges gegangen....

Sonntag, 4. Oktober 2009

Kuscheliger Sonntag

Nun sind wir also alleine, die Mädels und ich. Alleine, wieso? Ricardo muss beruflich nach Spanien, für zwei Monate, aber wir sind hier geblieben, im herbstlichen Deutschland. Noch vorgestern versuchte uns die spanische Oma zu locken mit dem Hinweis, dass die Leute in Gijon noch am Strand lägen. Mmh, da habe ich schon einen Moment gezweifelt, ob die Entscheidung die richtige war.

Aber die Mädels sind gerade eingewöhnt im Kindergarten und bei der Tagesmutter, wir haben in den Alltag gefunden, ein bisschen erkältet vielleicht, aber das gehört ja auch ein bisschen dazu, zu dieser Schnupfenwetter-Teetrink-Kerzen-Zeit. Und ich liebe nun mal den Herbst, das Laub, den Geruch von Erde und Blättern und das Geräusch von raschelndem Laub!!! Und ich habe schon einmal einen Herbst in Spanien verbracht und war bitter enttäuscht. Sommer bis Mitte Oktober, dann eine Woche Regen (in der alle Blätter runterfielen) und dann Winter, sprich kahle Bäume und Regen.

Wir drei Mädels sind also hier geblieben und sind schon mächtig gespannt, wie wir das hinkriegen, so ganz ohne Papa. Naja, Anfang November fahren wir für zwei Wochen nach Spanien, also soooo lange ist es auch nicht.


Der erste Tag alleine hat jedenfalls gut funktioniert. Ohne große Pläne und Verabredungen haben wir diesen windigen Frühherbsttag einfach zwischen Spielplatz, Garten und unser kuscheligen Wohnung verbracht. Ich hab ein bisschen rumgeräumt und vor allem sauber gemacht. Denn jetzt ist ja niemand mehr da, der es auch machen könnte bzw. dann doch nicht macht. Jetzt hab ich die volle Verantwortung für all die Unordnung und den Dreck, und das kann ich nicht auf mir sitzen lassen. Also, selbst der Staub hinter der ersten Bücherreihe musste dran glauben...

Greta hat zwar die Lust am Helfen verloren, aber dafür beschäftigt sie sich wunderbar alleine, und Lola gleich mit. Sie singt ihr vor, liest Bücher mit ihr, spielt Ball, naja, sie rennt mit dem Ball um Lola herum, die sich nicht einmal beewegt, weil sie da eh nicht mitkommt. Und die beiden sind ausgeglichen und glücklich.... Als ich mal eben in Ricardos Büro schaue, wo die beiden ihren Spielzeugpark aufgebaut haben und Musik hören, sehe ich wie Lola auf ein niedriges Sofa geklettert ist und da oben im knien mit einem Holzbauernhof spielt.

Als ich das Foto mache, sieht sie mich natürlich und fällt vom Sofa, rollt sich aber sehr geschickt ab und da sitzt sie schon wieder, ohne nur einmal einen Pieps von sich zu geben.

Kurz danach klingelt es, und die Nachbarn laden uns zum Hausfest in den Garten ein. Es wird ein lustiges Kaffeetrinken, was ich leider nicht dokumentieren kann, weil meine tolle Kamera mit ihren vielen mir unverständlichen Funktionen alle Bilder überbelichtet hat. Erst nach dem Studium meines Manuals vor fünf Minuten habe ich rausgekriegt, wie man das wieder korrigieren kann, ein bisschen spät. Nur diese Bilder sind halbwegs gelungen...


Kurz vor dem Abendessen haben wir dann noch ein bisschen Lieder angehört, die "Freche Liederfibel", unter anderem das Lied "Bona Nox", das wir noch nie gehört oder gesungen haben. Lola hörte aufmerksam zu und streichelte sich plötzlich wie wild die Wange. Was wollte sie von mir? Irgendwann fiel der Groschen: Schlafen wird durch Anlegen der Hand an die Wange gebärdet. Klar, Bona Nox, das ist ein Gute-Nacht-Lied, in dem auch irgendwann mal das Wort schlafen und Nacht fällt. Das hat Lola noch nie so spontan gebärdet wie jetzt zu diesem ihr eigentlich unbekannten Lied. Sie überrascht mich immer wieder....

Freitag, 2. Oktober 2009

Pikler hat gewonnen....

Ich hatte am heutigen Freitag zwei Termine bekommen. Einen Termin bei einer sehr gute Vojta-Therapeutin in Leipzig und einen Termin für ein Treffen mit Monika Aly von der Pikler-Gesellschaft in Berlin. Zufall, denn beide Frauen hatten mir auf meine Bitte um einen Termin auf dem AB eine Nachricht hinterlassen, mit einem Terminvorschlag am 2.Oktober. Sollte ich nun einen Termin verschieben? Oder war das ein 'Zeichen'? Dass sich das nicht vereinbaren lässt, dass ich mich entscheiden muss. Ich habe mich entschieden und bin heute zusammen mit Lola nach Berlin gefahren, zu Monika Aly von der Pikler-Gesellschaft. Den Vojta-Termin habe ich abgesagt.

Es war ein Einzeltermin mit Frau Aly. Und sie hat nichts anderes gemacht, als mit mir zu reden und Lola zu beobachten. Und mir die Augen zu öffnen, was sie schon alles kann, die vielen kleinen Dinge. Denn ihrer Ansicht nach braucht man bei einem Kind mit Down-Syndrom gar nicht gross in die Entwiclung einzugreifen, das Kind anzuregen, mit ihm zu spielen oder ihm irgendetwas vorzumachen, was es noch nicht kann. Viel wichtiger ist es, Lola Spielmaterialien zur Verfügung zu stellen, die ihrem Entwicklungsstand entsprechen, mit denen sie selber Erfahrungen machen kann und Konzepte begreifen kann. In ihrem Fall wären das einfach ganz verschiedene Behälter wie Körbe, Schachteln, Dosen, Taschen mit verschiedenen Gegenständen, die man da rein stecken und wieder rausholen kann. Bälle, Löffel, Kastanien, Stäbe, Tücher, Puppen. Damit sie selber im Spiel das Gefühl von Raum und Masse und Platz 'begreifen' lernt, beim Spielen. Wichtig ist, ihr unterschiedliche Materialien anzubieten und auch immer in einer gewissen Ordnung, die sie zum Spielen animiert.

Und damit sie auch zu grösseren Bewegungen animiert wird, sind verschiedene Ebenen, Kästen, Klötze, schiefe Ebenen zum raufklettern wichtig. Denn vor dem Laufen darf sie gerne ganz viel klettern, das stärkt ihren Gleichgewichtssinn und ihre gesamte Rumpfmuskulatur, die sie auch für's Laufen braucht. Therapeuten, die nach der Pikler-Methode arbeiten, greifen nicht fördernd in die Bewegungsentwicklung ein, durch gezielte Übungen oder das Anbahnen von Bewegungen. Sie versuchen, die Umgebung des Kindes so zu verändern, dass das Kind von sich aus, aus eigener Initiative, neue Bewegungen ausprobiert, immer wieder, bis es sie beherrscht. Der Reiz durch die 'vorbereitete' Umgebung muss so stark sein, dass das Kind von sich aus die Initiative zu neuen Bewegungen ergreift. Dann ist es auch bereit, diese zu lernen.... Und Lola braucht noch Kraft in den Beinen. Sie ist noch nicht so weit. Aber durchs Klettern wird sie sie bekommen. Und wenn sie dann die Kraft hat, wird sie neue Bewegungen ausprobieren. Das kann noch dauern, aber in der Zwischenzeit wird sie andere Dinge lernen, ihre Feinmotorik verbessern, intensiver mit kleinen Dingen spielen. In ihrem Rhythmus.

Es war so wichtig für mich, wieder einmal in meinem Buachgefühl bestärkt zu werden. Dass ich Lola die Zeit ruhig lassen darf, ihr, die sich mit dem Krabbeln und Laufen solche Zeit lässt. Ja, die Alternative war Vojta. Ihr jetzt einfach mal 'Dampf zu machen', fleissig zu trainieren und dann kann sie bald laufen. Aber allein die Vorstellung der vielen Übungen, täglich drei-bis viermal, haben mich schon sehr verschreckt. Ich krieg ja noch nichtmal ihre zehn täglichen Sit-ups hin, weil sie sich immer so beschwert. Ich bin zwar echt erstaunt über die Erfolge von Vojta, die ich bei den Kindern sehe, wie gut und geschmeidig sie sich bewegegen, wie früh fast alle, die regelmäßig 'turnen' schon krabbeln und laufen. Aber ich glaube, es ist nicht mein Weg. Ich könnte das nicht durchhalten. Und irgendwie hatte ich auch immer von Anfang an das Gefühl, dass es aus Lola rauskommen muss, der Wille und die Lust zur Bewegung. Dass ich ihr eben Lust machen muss auf die Bewegung, dann wird sie ganz von alleine 'turnen'. So bin ich jetzt wieder ruhiger und geduldiger, freue mich über all das, was Lola schon kann und werde mal einen schönen Krabbelpark bei uns in der Wohnung zaubern, auf dass Lola fleissig trainiert. Mit Schaumstoffquadern und Stufen und schiefen Ebenen. Das wird lustig....

Donnerstag, 1. Oktober 2009

Zwei mal 33


Ja, und gestern hatte nicht nur ich Geburtstag, sondern auch Ricardo, wie jedes Jahr seit 33 Jahren.

So haben wir uns also wieder gegenseitig gefeiert, beziehungsweise von unseren Mädels feiern lassen.

Und es gab sogar einen Buchstabenstrauß. Ratet mal, von wem der kam, der Name steht verschlüsselt im Stengel...


Und am Abend haben wieder uns wieder gegenseitig bekocht. Diesmal ganz 'gesund', denn Ricardo hat seit einiger Zeit einen Gallenstein und muss jetzt Diät halten. Und ißt nun plötzlich auch all das gesunde Essen, was ich schon lange koche, was er bis jetzt aber immer verschmähte... So gab es also leckeres Ofengemüse aus dem wunderschönen Fünf-Elemente-Kochbuch von Barbara Temelie .

Wer auch Lust hat darauf, ich verrate euch das Rezept:

Olivenöl auf einem Ofenblech verteilen;
Kartoffeln geviertelt (mit Schale),
Karotten grob zerkleinert,
Paprikaschoten geviertelt,
Zwiebeln geviertelt auf dem Blech verteilen;
im vorgeheizten Backofen 20 Minuten bei 200C schmoren lassen;
Auberginen grob gewürfelt ebenfalls auf dem Blech verteilen;
mit Pfeffer,
Salz bestreuen;
Tomaten geviertelt darüber verteilen;
mit reichlich frischem Thymian bestreuen;
weitere 15 Minuten schmoren lassen.

Das Gericht ist nährend, baut Qi auf und stärkt die Mitte. Es ist gut bei Qi-Mangel und Verdauungsschwäche, so sagt das Buch.