Samstag, 15. November 2008

Ehrlich oder einfach unwichtig?

Neulich war ich im Mütterzentrum bei einer Krabbelgruppe. Beim Ausziehen grüsste mich eine Frau ganz nett und meinte, sie kenne mich. Mmh, keine Ahnung. Ja wir hätten uns neulich bei der Physiotherapie unterhalten. Ich kam immer noch nicht drauf. Na, da wäre noch so eine andere Frau mit so einem mongoloiden Jungen gewesen, mit der sie gesprochen habe. Mir blieb kurz die Spucke weg. Ja, ich erinnerte mich, ich hatte die Frau von der Elterngruppe gekannt und mich auch mir ihr unterhalten über die Fortschritte ihres kleinen Sohnes. 'So einem mongoloiden Sohn'... Hatte sie Lola nicht gesehen? Die war damals in der Physiotherapie ja auch dabei gewesen. Oder hatte sie nichts davon gesehn, dass Lola Down-Syndrom hat? Ich wollte eigentlich sagen, dass Lola übrigens auch Down-Syndrom habe und man heutzutage nicht mehr von mongolid spreche, aber die Frau war schon im Gespräch mit einer anderen. Sie schien mir die Veranstalterin der Krabbelgruppe zu sein, ich war zum ersten Mal da... Naja, im Raum mit den anderen Kindern und Muttis hab ich dann Lola ausgepackt. Und die hatte sich schon aufs Spielzeug gestürzt und war wie immer wie wild am Rudern mit Armen und Beinen vor Freude, bei so vielen Kindern... Und die Frau von vorher schaute ihr ganz gebannt zu, sagte, sie sei ja super begeistert und fröhlich... Und irgendwie hatte ich gar keinen Lust mehr, irgendetwas von Down-Syndrom zu erzählen, sie über ihren terminologischen Lapsus zu informieren oder sonstwie schwerwiegendes in diese fröhliche Runde aus rotbäckigen, krakeelenden Krabbelkindern und stolzen Muttis zu bringen. Erwähnte dann also nur, dass Lola mit ihren 11 Monaten eine von der etwas langsameren Sorte sei, was die motorische Entwicklung angeht. Aber zwischen den ganzen 8, 9, 10, 11 Monate alten Babies fiel sie wirklich nicht weiter auf. So hab ich mich also einfach an Lola und mit Lola gefreut. Und hab die Erklärungen in der Kiste gelassen....

Wie so oft in letzter Zeit. Eigentlich habe ich es mir abgewöhnt, irgendeinen Kommentar zu Lola's genetischer Besonderheit abzugeben. Ich würde den Leuten ja auch nichts über ihre Kurzsichtigkeit, ihre Hüftdysplasie oder ihre Verdauuungsprobleme erzählen, wenn sie denn welche hätte. Die meisten Leute sehen es ohnehin, lassen es sich aber selten anmerken. Und meist sind sie eher positiv überrascht, weil Lola so fröhlich und offen ist. Und ich mache mir einfach keine Gedanken mehr... Wenn ich die Leute offen und stolz anstrahle, freuen sie sich meistens einfach mit, habe ich gemerkt. Gucke ich selber zweifelnd und grummelig, na, gucken die meisten auch verunsichert. Die sich selbst erfüllende Prophezeiung, wie so oft. Ich bin wirklich froh und dankbar, dass Lola so ein herzliches und fröhliches kleines Mädchen ist. Denn wenn sie strahlt, lässt sie alles vergessen. Und die Leute schmelzen dahin, egal, ob sie nun gesehen haben, dass sie Down-Syndrom hat oder nicht. Das Leben mit einer bald Einjährigen, die die Welt mit ihrem Charme umstrickt, ist wirklich eine Freude!!!

Si, podemos!

'Si, podemos' ist eine von der spanischen Caja Madrid realisierte Werbekampagne, die für die gesellschaftliche Integration von Menschen mit Down-Syndrom 'wirbt' und im spanischen Fernsehen in den letzten Monaten ausgestrahlt wurde. Das Video könnt ihr euch auf Anna's Blog anschauen (ich krieg das mit dem Viedo runterladen nicht hin). Es ist wirklich beeindruckend. Gesprochen wird der Text glaube ich von Pablo Pineda, dem jungen Spanier mit Down-Syndrom und Hochschulabschluss, der also weiss, wovon er redet. So was im deutschen Fernsehen, das wäre was...

Für alle, die keine Spanisch können, hier der Text des Spots auf Deutsch, in meiner freien Übersetzung.

Es war der Wunsch derer, die die Grundsteine gelegt haben, dass auf der Erde alle gleich seien.
- Ja, wir können!
Es war ihr starker Glaube an diese Gleichheit, der uns dieselben Möglichkeiten für unsere Zukunft erkennen lässt.
- Ja, wir können!
Es ist das Wissen, dass wir besonders sind, dass uns die Kraft gibt, alles zu machen und mehr.
- Ja, wir können!
Es ist der Atem von Millionen von Männern und Frauen, die sich Teil unserer Sache fühlen.
Von unseren Eltern, die entscheiden haben, aus unseren Köpfen die Grenzen zu verbannen.
Von unseren Brüdern, die begriffen haben, dass wir gemeinsam stark sind.
- Ja, wir können!
Mit Gerechtigkeit und Gleichheit.
Mit offenem Geist und Willen.
Können wir vorankommen.
Können wir etwas erreichen.
Können wir Teil des Fortschritts sein.
- Ja, wir können!
- Ja, wir können!
- Ja, wir können!
Wir werden hart arbeiten müssen.
Hindernisse überwinden.
Und die aus ihrer Blindheit entreissen, die nicht sehen können.
Nichts wird uns zurückhalten.
Wir können sein, was wir sein wollen.
Wir können die Welt ändern.
Wir können einen Platz darin haben.
Denn wir sind in der Lage zu lernen, zu überraschen. Ja!
Aber auch zu lehren.
Eine Schule der Hoffnung, des Durchhaltevermögens,
der Freude, Kraft und Liebe.
Liebe.
Wir wollen die gleiche Welt teilen.
Weil wir es können.
- Ja, wir können!
- Ja, wir können!
- Ja, wir können!
- Ja, wir können!
- Ja, wir können!
Weil wir es können.
Wir können es schaffen!

Gretas Welt

Greta, im Kinderwagen sitzend bei kaltem Wind: "Wo is meine Sonnenbrille - damit die Augen nicht so kalt sind"

Ihre Freundin Helene biegt mit ihrer Mutter an der Strasse ab. Ich sage: "Die gehen zu ihrem Auto." Greta: "Die haben keine Strassenbahn". (Wir haben dafür kein Auto, fahren also immer Strassenbahn)

Greta auf dem Klo: "Pipi kommt nicht. Schläft noch."

"Der Mond, der hat keine Hände und keine Füße."

Dienstag, 11. November 2008

Kathrin, Maren tommt!

Kathrin und Maren waren zum Abendessen da und haben zu Greta's grosser Freude Käse mitgebracht. Ihr Abendessen bestand also aus Käse mit Käse. Wie lecker!!!

Lola hat wieder fleissig Klatschen geübt. Sie hat spitz gekriegt, dass sie ganz grosse Freude erzeugt, wenn sie in die Hände klatscht. Aber sie ist genauso begeistert, wenn andere klatschen...




Greta zeigt was sie kann und zieht sich selber den Schlafanzug an. Sie hatte selten so viele Zuschauer...

Martinshörnchen

Greta hat heute bei Annette, pünktlich zum Martinstag, Martinshörnchen gebacken. Die haben wir heute nachmittag verputzt, mit extra lecker Erdebeermarmelade drauf, von Annette selber gemacht. Super lecker!!!


Palmas, palmitas...




Sonntag, 9. November 2008

Bravo!

Lola hat heut zum ersten Mal in die Hände geklatscht. Auf dem Rücken liegend. Seit einigen Tagen schon haut sie immer Gegenstände aneinander, und freut sich über die dabei entstehenden Geräusche. Dass auch ihre beiden Händchen solche Geräusche hervorbringen, hat sie ebenso erfreut. Klatsch, klatsch, klatsch...

Und sie hat heut den ganzen Tag 'den Fisch' gemacht. Also Lippen auf und zu, ohne Geräusch, halt wie ein Fisch. Sah wirklich ulkig aus. Ich wusste nur nicht, was sie mir damit sagen wollte. Hatte sie HUnger? Den ganzen Tag? Selbst nach dem Essen? Bis, ja bis dann ein vorsichtiger Laut dazu kam, 'Mamamama' ... Kann es sein? Und kurz danach kam sowas wie 'papapapa' und ganz leise auch 'wawawawawa'. Bis jetzt hat sie sich um Bilabiale, also mit den Lippen gebildetet Laute, noch nicht gross gekümmert, höchstens mal 'babababa'. Na, ich bin gespannt auf morgen...