Samstag, 18. April 2015
Donnerstag, 16. April 2015
Was die Seele sagt...
Ich schlage das Buch von E. Fromm auf. "Die Seele des Menschen. Ihre Fähigkeit zum Guten und zum Bösen'. Und meine Augen finden diesen Abschnitt (S. 43 f.):
"Die produktive Orientierung ist die volle Entfaltung der Biophilie. Wer das Leben liebt, fühlt sich vom Lebens- und Wachstumsprozess in allen Bereichen angezogen. Er will lieber neu schaffen als bewahren. Er vermag zu staunen und erlebt lieber etwas Neues, als dass er in der Bestätigung des Altgewohnten Sicherheit sucht. Das Abenteuer zu leben ist ihm mehr wert als Sicherheit.
(...)
Die biophile Ethik hat ihr eigenes Prinzip des Guten und Bösen. Gut ist was dem Leben dient; böse ist alles, was dem Tod dient. Gut ist 'die Ehrfurcht vor dem Leben', alles was dem Leben, dem Wachstum, der Entfaltung dient. Böse ist alles, was das Leben erstickt, es einengt und in Stücke zerlegt. Freude ist Tugend, und Traurigkeit ist Sünde. Und es entspricht dem Standpunkt der biophilen Ethik, wenn die Bibel als Hauptsünde der Hebräer erwähnt: "Weil Du dem Herrn, deinem Gott, nicht gedient hast aus Freude und Dankbarkeit dafür, dass alles in Fülle da war."(Dtv 28,47).
(...)
Das biophile Gewissen wird vom Leben und von der Freude motiviert: Ziel seiner moralischen Bemühungen ist es, die lebensbejahende Seite im Menschen zu stärken. Aus diesem Grund verweilt der biophile Mensch nicht bei seinen Gewissensbissen und Schuldgefühlen, die letzten Endes nur Aspekte des Selbsthasses und der Traurigkeit sind. Er wendet sich schnell dem Leben zu und versucht, Gutes zu tun."
"Die produktive Orientierung ist die volle Entfaltung der Biophilie. Wer das Leben liebt, fühlt sich vom Lebens- und Wachstumsprozess in allen Bereichen angezogen. Er will lieber neu schaffen als bewahren. Er vermag zu staunen und erlebt lieber etwas Neues, als dass er in der Bestätigung des Altgewohnten Sicherheit sucht. Das Abenteuer zu leben ist ihm mehr wert als Sicherheit.
(...)
Die biophile Ethik hat ihr eigenes Prinzip des Guten und Bösen. Gut ist was dem Leben dient; böse ist alles, was dem Tod dient. Gut ist 'die Ehrfurcht vor dem Leben', alles was dem Leben, dem Wachstum, der Entfaltung dient. Böse ist alles, was das Leben erstickt, es einengt und in Stücke zerlegt. Freude ist Tugend, und Traurigkeit ist Sünde. Und es entspricht dem Standpunkt der biophilen Ethik, wenn die Bibel als Hauptsünde der Hebräer erwähnt: "Weil Du dem Herrn, deinem Gott, nicht gedient hast aus Freude und Dankbarkeit dafür, dass alles in Fülle da war."(Dtv 28,47).
(...)
Das biophile Gewissen wird vom Leben und von der Freude motiviert: Ziel seiner moralischen Bemühungen ist es, die lebensbejahende Seite im Menschen zu stärken. Aus diesem Grund verweilt der biophile Mensch nicht bei seinen Gewissensbissen und Schuldgefühlen, die letzten Endes nur Aspekte des Selbsthasses und der Traurigkeit sind. Er wendet sich schnell dem Leben zu und versucht, Gutes zu tun."
Mittwoch, 15. April 2015
Donnerstag, 2. April 2015
Ins Wetter geworfen
Ich wache auf und schaue nach draussen. Schnee! Die Wiese und die Beete im Garten sind schon bedeckt, die Dächer auch. Und es schneit kräftig weiter! Wie gut, dass Ferien sind und ich eingekuschelt zu Hause bleiben kann.
Das Wetter spielt verrückt dieser Tage. Wilder Wechsel von Sonne und Wolken, Sturm und Stille. Mildem Föhn und Hagelschauern. April, April, der macht, was er will. Wenigstens er darf das...
Ein Auf und Ab auch meiner Gefühle. Großer Tatendrang voll Zuversicht und Energie und Lust auf Menschen wechseln sich ab mit Phasen des Zweifels, der Unsicherheit und dem Wunsch, mich allein in mein Schneckenhaus zu verkriechen und hoffentlich niemanden zu sehen.
Wann werde ich es schaffen, dieses Wechselbad der Gefühle anzunehmen? So wie das Wetter? Als etwas, das ich nicht wirklich ändern kann. Das mich überkommt wie ein Frühlingssturm.
So wie der Wechsel der Jahreszeiten mit starken Schwankungen der Temperaturen einhergeht und Stürme bringt, ist vielleicht auch der schnelle Wechsel an Gefühlen nur ein Ausdruck, dass etwas Neues in uns heranreift. Das eine neue Zeit anbricht!?
Oder gibt es vielleicht bald Wetterstationen, die sich auf die künstliche Steuerung der Wetterbedingungen spezialisieren? Um auch diesen Aspekt der Natur unserer Kontrolle zu unterwerfen?
Oder wir akzeptieren endlich, dass es so viele Dinge gibt, die nicht unserer Kontrolle unterliegen! Die wir annehmen müssen - wie das Wetter!
Das Wetter spielt verrückt dieser Tage. Wilder Wechsel von Sonne und Wolken, Sturm und Stille. Mildem Föhn und Hagelschauern. April, April, der macht, was er will. Wenigstens er darf das...
Ein Auf und Ab auch meiner Gefühle. Großer Tatendrang voll Zuversicht und Energie und Lust auf Menschen wechseln sich ab mit Phasen des Zweifels, der Unsicherheit und dem Wunsch, mich allein in mein Schneckenhaus zu verkriechen und hoffentlich niemanden zu sehen.
Wann werde ich es schaffen, dieses Wechselbad der Gefühle anzunehmen? So wie das Wetter? Als etwas, das ich nicht wirklich ändern kann. Das mich überkommt wie ein Frühlingssturm.
So wie der Wechsel der Jahreszeiten mit starken Schwankungen der Temperaturen einhergeht und Stürme bringt, ist vielleicht auch der schnelle Wechsel an Gefühlen nur ein Ausdruck, dass etwas Neues in uns heranreift. Das eine neue Zeit anbricht!?
Oder gibt es vielleicht bald Wetterstationen, die sich auf die künstliche Steuerung der Wetterbedingungen spezialisieren? Um auch diesen Aspekt der Natur unserer Kontrolle zu unterwerfen?
Oder wir akzeptieren endlich, dass es so viele Dinge gibt, die nicht unserer Kontrolle unterliegen! Die wir annehmen müssen - wie das Wetter!
Donnerstag, 26. März 2015
Augen auf und durch...
Lola soll zum Augenarzt. So sagt es ein kleiner, gelber Zettel, den ich in einer der vielen Klarsichthüllen in Lolas Ordner gefunden habe. Er trägt den Stempel vom Gesundheitsamt. Und das Datum der Schuluntersuchung von vor etwa einem Jahr. 40% Sehstärke steht da. Wie konnte ich den übersehen? Wollte ich ihn übersehen? (Weil ich von Ärzten so wenig halte?)
Ich wähle zufällig einen Augenarzt in unserer Nähe aus. Am Telefon bekomme ich einen Termin in drei Monaten. Das muss ein guter Arzt sein, wenn man so lange warten muss, denke ich. Ich versuche keinen anderen Arzt zu finden.
Ricardo geht mit Lola zum vereinbarten Termin. Sie soll wiederkommen in zwei Wochen, dann bekommt sie Tropfen. Ansonsten hat Ricardo nichts verstanden. Zwei Wochen später gehe ich mit Lola zum Termin. Ich will verstehen, was sie für eine Brille braucht.
Die Sprechstundenhilfe schickt uns ins Wartezimmer. Zehn leere Gesichter, keiner redet. Zehn Blicke auf Lola, die sich an ein Tischchen gesetzt hat, um mit Lego zu spielen. 10 Blicke, hinter denen ich Gedanken rattern höre. Ich setze ein natürliches Lächeln auf und hoffe auf den Gewöhnungseffekt. Nach 5 Minuten schaut niemand mehr.
Lola setzt Legosteine auf eine Platte, bis die Platte fast voll ist. Die Sprechstundenhilfe ruft uns. Lola darf auf meinem Schoß sitzen und das Kinn auf's Gestell legen und in zwei Linsen blicken. „Schau ganz gerade“, sagt die Schwester. „Was siehst du da liegen auf der Strasse? Einen Wagen?“
Lola hält still, blinzelt kaum. Nach einer Minute ist die Messung beendet. „So Lola, jetzt bekommst du noch ein paar Augentropfen.“ Mein Herz macht einen kleinen Sprung. Ob Lola das mitmacht? Lola hält ganz ruhig, zuckt noch nicht einmal. Mein Herz schlägt wieder ruhig.
10 Minuten warten. Lola bekommt eine Uhr, auf der die Zeit rückwärts läuft. Als sie leise surrt, bekommt sie noch einmal Augentropfen. Dreimal das Ganze. Jedes Mal hält Lola still. Jedes Mal kneift sie die Augen etwas stärker zusammen. Aber es reicht. Ihre Pupillen weiten sich. Nach einer halben Stunde kann die Messung statt finden. Der objektive Wert für ihre Fehlsichtigkeit bestimmt werden. Endlich können wir zum Arzt.
„So, Lola, schau mal durch die Brille da und sag mir, was du siehst,“ sagt er.
Eine Reihe von Zahlen erscheinen auf einer Leinwand.
„Oh, die kannst du bestimmt noch nicht. Entschuldige. Nehmen wir lieber die Bilder. Was siehst du hier?“
Das schwarz-weiße Symbol für ein Flugzeug erscheint. Das Wort kann Lola nicht aussprechen.
„Vogel“, sagt Lola.
„Flugzeug“, korrigiere ich.
„Sie dürfen ihr nicht vorsagen“, sagt der Arzt unwirsch.
„Sie kann das nicht sagen.“
„Dann können wir die Untersuchung nicht machen.“
„Sie müssen ihr einmal alle Symbole erklären und ihr genau sagen, was sie antworten soll. Sie erkennt die Ikons nicht so gut.“
„Aber sie soll es selber sagen.“
Ich werde unruhig und angespannt. Warum zeigt er ihr nicht einfach alle Symbole und sagt ihr die Worte dafür? Hat dieser Arzt jemals mit Kindern gearbeitet? Im Wartebereich war doch Lego?
Das schwarz-weiße Symbol für eine Blume erscheint. Sehr stilisiert. Lola sagt nichts. Beim noch kleineren Auto sagt sie immer noch nichts. Sie kennt diese Worte, aber die Symbole sind zu abstrakt.
„Es geht nicht“, sagt der Arzt. „Aber wahrscheinlich sieht sie sowieso nichts. Sie hat eine Fehlsichtigkeit von 3,75 auf dem linken Auge…“
Ich verstehe nicht. Wieso soll Lola nichts sehen können?
„Das ist uns noch gar nicht aufgefallen, ich hatte immer den Eindruck, dass sie auch in der Weite sehr gut erkennt.“
„Ja, auf dem anderen Auge hat sie auch nur 0,75. Damit kann sie das gut kompensieren. Aber sie ist ja auch nur kurzsichtig, das ist nicht so schlimm.“
„Was meinen Sie damit, dass das nicht so schlimm ist?“
„Naja, im Alltag kommt man mit 40% Sehstärke wunderbar zurecht.“
„Und wieso braucht sie dann eine Brille?“
„Naja, später im Beruf, da sollte man schon besser sehen können. Auch, um den Führerschein zu machen. Das will man ja schon…“
Hat der Augenarzt Lola überhaupt schon mal angesehen? Oder erkennt er sie nicht hinter seinen Apparaten?
„Und jetzt? Hilft ihr die Brille auch jetzt?“
„Meistens sehen die Kinder auch mit der Brille nicht viel besser. Das verbessert sich dann aber. Kommen sie in drei Monaten bitte wieder, wir machen dann eine Kontrolle.“
Ich nehme Lola an die Hand und wir gehen. Lola braucht eine Brille, die ihr ohnehin nicht hilft, um später mal den Führerschein zu machen. Ich verstehe.
Als mir die Sprechstundenhilfe das Rezept gibt, frage ich sie, ob sie mir einen Optiker in der Gegend empfehlen kann.
„Nein, das tut mir leid. Wissen Sie, ich habe selber keine Brille. Ich kann ihnen da leider keinen Rat geben. Vielleicht zu Fielmann in der Innenstadt? Oder irgendeine andere von diesen Ketten. Da sind sie immer gut beraten… „
Gut, dass wir drei Monate lang auf diesen Termin gewartet haben. Vielleicht suche ich beim nächsten Mal einen Arzt, bei dem man schneller Termine kriegt.
Kann mir jemand von Euch vielleicht einen guten Optiker empfehlen in Leipzig? Wenigstens das?
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