Montag, 30. Dezember 2024

Überraschungsbesuch

'Me-Time' für mich alleine war dann doch nicht nötig, denn gestern machten Thomas und Swantje mit ihren Jungs auf der Rückreise vom Erzgebirge in die Altmark bei uns Halt. Was für ein wundervoller, reicher Tag zusammen. Endlich mal wieder! Nach zwei Jahren, in denen wir uns kaum gesehen haben.


Für mich sind das immer die schönsten Tage. Gemeinsam sitzen und erzählen... Ein Gefühl, wie nach Hause zu kommen.

Die Kinder sind alle so groß geworden... Wie lang ist es her, dass Greta und Edgar zusammen in den Kindergarten gegangen sind. Denn über die beiden kennen wir uns eigentlich.


Und ein kleiner Spaziergang zum Sonnenuntergang auf den Fockeberg durfte natürlich auch nicht fehlen. Das Foto hat übrigens Lola gemacht, mit ihrem neuen Handy! 

Wir müssen sie endlich mal wieder in der Altmark besuchen. Und ein langes, gemütliches Wochenende zusammen verbringen. Wie so viele in den letzten Jahren, an die ich ich mich so gerne erinnere.

Samstag, 28. Dezember 2024

Sonne tanken an der Costa Cospuda

Und heute hat doch tatsächlich auch bei uns die Sonne geschienen. Und ich konnte es nicht länger in der Stadt aushalten - und wollte mit den Kindern zum Cossi fahren.

Was mich jedoch einiges an Überredungskunst gekostet hat. Denn sie waren glücklich, zu Hause zu chillen... Und haben meiner Idee einiges an Argumenten entgegengesetzt. Wirklich zermürbend manchmal, der geballte Widerstand von drei tiefenentspannten Teenagern. 


Aber kaum am See, waren doch alle ganz zufrieden. Vor allem ich selbst! 


Beim Abendessen überlegten wir dann gemeinsam, was wir die nächsten Tage unternehmen können. Vielleicht hätten sie ja auch Ideen, damit es nicht immer so zäh und anstrengend wird mit der Planung und Umsetzung.

Einhelliger Kindervorschlag: "Mama, mach Du doch am besten was alleine. Du scheinst ja vor allem so einen Tatendrang zu haben. Wir kümmern uns schon ganz gut um uns alleine.'


O-Ton Pavel: 'Ich glaube, Du brauchst mal wieder ein bisschen 'me-time'. Einfach durch die Stadt bummeln, in ein Cafe gehen, fotografieren... ganz in Deinem Tempo. Das würde Dir gut tun!" 

 

Eigentlich eine ganz verführerische Idee. Und ja, vielleicht haben sie ja sogar recht. 

Und am Montag, da planen wir dann wieder gemeinsame Unternehmungen. Denn die Kinder einfach zu Hause in der Stube hocken lassen, mit ihren ganzen digitalen Medien, das will mir irgendwie nicht so recht gefallen... (aber ihnen wahrscheinlich schon).

Alleine einkaufen

Als ich heut früh schlaftrunken aus dem Zimmer tapste, stand Lola in Schlafanzughosen und Straßenschuhen vor mir im Flur.

'Was hast Du vor, Loli?', fragte ich verschlafen. 

'Milch kaufen, für Deine Kaffee. alle macht für meine Müsli", antwortete sie und öffnete schon die Türe. 

"Willst Du nicht doch lieber eine Jacke anziehen", fragte ich, mit Blick auf die Eisblumen vor den Fenstern. 

"Ach ja", antwortete sie, zog ihre Jacke über und nahm noch dankbar etwas Geld entgegen, das ich ihr zusteckte, für die Milch. 

"Und vielleicht doch ne Jeans?", hakte ich nach.

'Nö, Mama. Lieber so gehen", sagte sie mit Blick auf ihren neuen, mit Schneeflocken bedruckten Schlafanzug.

"Na gut. Aber bring noch glutenfreies Brot mit. Ich hab gestern vergessen, welches zu backen", sagte ich lediglich. Um ihren Impuls zum Einkauf nicht noch durch weitere Reglementierungen zu unterdrücken. Könnte ja eigentlich auch eine Jogginghose sein.

"Ja, Mama", antwortete sie selbstbewusst und schmiss die Türe hinter sich zu. Laut hörte ich sie die Treppe hinunterstapfen. 

Wahnsinn, dachte ich. Sie geht ganz alleine zum Konsum einkaufen. Wie lange habe ich mir gewünscht, dass sie sich das endlich traut!

Und heute, so ganz lapidar und unverhofft, hat sie die Entscheidung getroffen. Und ist alleine einkaufen gegangen. 

20 Minuten später klappte die Türe. Und stolz reckte sie mir Milch und Brot entgegen. 

'Danke, Loli", sagte ich. Und goß die Milch in meinen frisch aufgebrühten Kaffee.

Auf einen Sprung nach Merseburg

 
 
Gestern ließ ich es mir, voller Tatendrang, nicht nehmen, den Besuch bei Ikea mit einem kleinen Städtetrip nach Merseburg zu verbinden.

Nebelschwaden wurden ignoriert bzw. billigend in Kauf genommen, um endlich diese bedeutende Königspfalz vor den Toren Leipzigs zu besichtigen. Von der ich bis gestern noch gar nichts wusste.


Jetzt weiß ich: im Merseburger Schloß ließen sich die ottonischen Könige zeitweilen nieder, um wohnortsnah ihr Königtum zu verwalten.


Friedrich Barbarossa, Otto der Große, ... Namen, die mir nur dunkel vom Geschichtsunterricht in der 7. Klasse in Erinnerung sind, haben hier genächtigt. 


Weltberühmte Ladegast-Orgel....

... und die Fürstengruft voller Schreine, mit Knochen der ehemaligen Herrscher. "Igitt", war Lolas Kommentar. 


Und im Handschriftengewölbe hätten wir sogar die berühmten 'Merseburger Zaubersprüche' - gegen Fußgelenkschmerzen - in Mittelhochdeutsch bewundern können, als Faksimile. Wenn ich mir ihrer weltberühmten Bedeutung vorher bewusst gewesen wäre. Ich sah nur die Kästen voller kopierter alter Schriften und dachte, es seien Bibeltexte. 

Immerhin weiß ich jetzt um ihre Existenz - und auch, dass man in der Generation meiner Mutter diese Sprüche sogar in der Schule auswendig lernen musste. 

 

So viele Schätze liegen vor unserer Haustüre. Schön, auf einen zumindest einen kurzen Blick geworfen zu haben. Denn - die Kinder hatten sich einen wirklich nur kurzen Abstecher auserbeten. Denn Ferien sind ja schließlich zum chillen und Freunde treffen da.

Freitag, 27. Dezember 2024

Durch den Nebel wandern...

Während andernorts in Deutschland die Sonne auf den glitzernen Schnee strahlte, wanderten wir gestern in Leipzig durch den Nebel - am Elsterflutbett entlang. 

Fast menschenleer die Wege. Die vortags glitzendere Weihnachtsstimmung in mir getrübt.

"In Spanien feiern sie nur den 1. Weihnachtsfeiertag", meinte Greta. "Jetzt weiß ich auch wieso..." Und konnte es nicht lassen, noch kurz nach den Temperaturen in Córdoba zu schauen. "18 Grad und Sonne". 


Ein steter Fluß der Veränderung das Leben. Nichts lässt sich halten... Auch wenn ich den Glanz der beiden ersten Weihnachtstage gern in Geschenkpapier gepackt und mir bewahrt hätte. Aber er zerrinnnt.

Der Spiegel der Kastanien im Elsterflutbett. So trüb erschien mit der Weg gestern, suchend nach Licht. Schaue ich jetzt auf die Bilder, erscheint es mir verzaubert. Wiseo konnte ich es gestern nicht fühlen?
 

'Romeo und Julia'

Am ersten Feiertag gingen wir alle gemeinsam in die Leipziger Oper. 'Romeo und Julia', ein Ballett von Prokofjew. In einer Inszenierung von Laurence Lovette. 


 

Alle Kinder waren begeistert. Auch von der Geschichte, die sich allein mit der Musik und dem Tanz so klar und ausdrucksstark erzählte. Ganz ohne Worte. 

Lola litt zutiefst mit, als erst Romeo und dann Julia starben. Von eigener Hand. Weinte fast. Als die Schauspieler zum Applaus wieder aufstanden und sich verbeugten, grinste sie mich erleichtert an. "Mama, leben wieder. Siehste!" 

Schön, was auf der Bühne alles möglich ist.

Heiliger Abend...

Welch zauberhafter Heiligabend dies Jahr bei uns. Dankbar blicke ich auf die gemeinsamen Stunden in großer Runde. Mit den Kindern, wiedervereint.

 Mit einem immer variantenreicheren Raclette... 

... und dem immer  kräftigeren Geigenspiel von Lola. Zweistimmig und frei improvisiert, da Greta seit Monaten nicht mehr Geige gespielt hatte (da sie sie in Cordoba nicht dabei hat).

 Lola spielte gefühlvoll und souverän und mit der ihr eigenen 'Leidenschaft': 'Kling Glöckchen', 'Alle Jahre wieder' und 'Oh Tannebaum', durfte natürlich nicht fehlen. Sie liebt diese Klassiker!

 

Auf Weihnachten! Alle Jahre wieder! Ich liebe diese gemeinsamen Tage einfach...