Montag, 28. März 2011

In großen Schritten ....

kommt der Frühling!!!! Und wir waren zum ersten Mal wieder am See!!!!

... und haben die Beine ins "eiskalte" Wasser gesteckt. Zumindest Greta.... die abgehärtete. Und ein wunderbares Kaffe- und Kuchen Picknick gemacht, einfach herrlich!

Und Lola, die Hauptperson dieses Blogs, der zu meinem persönlichen Tagebuch geworden ist? Die macht sich gerade ganz wunderbar, auch wenn sie immer noch nicht redet, aber ganz wunderbar mit Gestik und Mimik kommuniziert und immer mehr von der Welt versteht.

Am liebsten guckt sie sich alles von den anderen Kindern ab. Hier knackt sie Erdnüsse und pult sie auch relativ erfolgreich heraus, wie die anderen Kinder eben...



... und grillt Nürnberger Rostbratwürstchen am Stock überm Feuer. Das hätte ich ihr gar nicht zugetraut, aber die little Lady hat mich überrascht!


Und gestern abend hat sie im Kinderzimmer ihre Spielzeug-Teller und Tassen nach Farben geordnet, immer Tasse und Teller einer Farbe zusammen, eins für Greta, für Lola und für Mama und so zum Essen auf den Tisch gestellt. Wow.... Sie hilft mir jetzt shon länger beim Tisch decken, aber meist landen die Sachen irgendwo an einer Ecke des Tisches, noch nie hat sie es so schön geordent aufgestellt... Große kleine Maus!!!!


Entschuldigt die Qualität der Bilder, ich hab sie mit dem Handy geschossen, denn die große Kamera hab ich leider viel zu selten dabei.

Mittwoch, 23. März 2011

Geblog(ck)te Gedanken

Ich hab einfach keine Ahnung in letzter Zeit, für wen ich diesen Blog eigentlich schreibe. Für mich, für die anderen, für andere Eltern von Kindern mit DS, für andere Eltern überhaupt, für meine Familie und meine Freunde, um sie mit Familienfotos zu versorgen? Ich weiß es gerade so gar nicht, mit dem tragischen Ergebnis, dass ich gar nichts schreibe....

Am Anfang meienr Bloggerzeit schrieb ich für mich, um irgendeine Spur in der Zeit und im Raum, zumindest im virtuellen Raum zu hinterlassen... Mein Fenster zur Welt, als ich zweifache Mutter plötzlich nur noch in unseren vier Wänden wirken durfte.

Dann schrieb ich für all die anderen Eltern, um ihnen und auch mir selber Mut zu machen, meine Erfahrungen von Therapien, Lernerfolgen, den täglichen Fort- und Rückschritten teilen zu können. Austausch war mein Ziel, weitergeben und von anderen lernen. Bis ich merkte, dass ich gar keine Ahnung hab und besser meine Klappe halte. Dass jeder seinen eigenen Weg gehen muss und jedes Kind seinen.

Dann schrieb ich, um mich bei guter Laune zu halten, um den Schein nach außen zu wahren. All das Gerüttel im Inneren, in meinem und meiner Familie, wollte ich mit schönen Bildern übertünchen. Wenn ich einen schönen Post schrieb, dann um mir selber mein Leben schön zu schreiben und es hat auch oft geklappt. Zumindest im Nachhinein ....

Aber jetzt, jetzt weiß ich gar nicht mehr, warum und für wen ich schreiben soll.

Ich habe eine Arbeit, die mich (weitestgehend) erfüllt, durch die ich viel bewegen und bewirken kann für Menschen mit Down-Syndrom und anderen Behinderungen. Ich habe tagtäglich mit erwachsenen Menschen mit Behinderungen zu tun, meine alptraumhaften Vorstellungen sind verflogen, ich habe keine Angst mehr vor Lolas Zukunft, egal wie sie mal aussehen wird.

Auch habe ich mich durch das viele Schreiben über Lola und all ihre kleinen Schritte selber irgendwie aus-therapiert: ich muss und will das nicht mehr alles dokumentieren. Vieles kann sie gut, sie wird jeden Tag süßer, aber sie spricht ummer noch kein Wort und läuft wie betrunken, mein schlechtes Gewissen plagt mich täglich, und doch.... Ich schaffe es nicht mehr, mich öffentlich darüber zu grämen.... oder zu frohlocken.

Oft würd ich gern nur über meine alltäglichen Gedanken und Freuden schreiben, über meine Kämpfe mit mir selbst, die ich oft genug verliere. Und immer wieder hinter meinen Vorsätzen her renne und mich einfach nicht aufraffen kann, den Spagat zwischen Beruf und Familie wieder nicht hinkriege und mich frage, wo all meine ehrgeizigen Pläne geblieben sind. Und mich am Ende doch einfach über die Kirschblüten freue, die an den Zweigen in unserer Küche heraus schauen und am glucksenden Lachen meiner Kinder - und an noch so vielen Dingen mehr, über die ich aber niemals hier schreiben würde.

Ich muss bzw. möchte eine Form finden, mich hier mitzuteilen, auszutauschen, ohne zu privat zu werden. Denn es ist schön für Euch zu schreiben, zu wissen, dass Ihr alle lest und mitfühlt und mitdenkt. Auch wenn ihr nichts sagt, so oft... Aber wie und worüber ich schreibe, das muss sich noch fügen.

Passgenauer Einzug

Die alten Platten, die ungetragenen Kleider, die zu kleinen Schuhe und all der KrimsKrams sind aus den 63 Kisten wieder raus gewandert, in die neuen Räume verschwunden, wo sie selig in den neuen Schränken liegen und weiter schlafen.


Das neue Kinderzimmer hab ich aus Orientierungsgründen für die Kinder identisch eingerichtet wie das alte. Lola hat beim ersten Betreten alle Spielzeuge ehrfürchtig angefasst, kurz "angespielt", um gleich zum nächsten weiter zu gehen.... Neuer Raum, gleicher Inhalt - schwer zu verstehen für die Knirpse.


Greta ist wieder im Prinzessinenfieber, mehr denn je, aber jetzt ist sie nicht mehr alleine. In der Wohnung wohnt nämlich noch eine andere kleine Prinzessin, ebenfalls 5 Jahre alt, genannt Juli. Wir wohnen nämlich jetzt in einer WG mit drei weiteren Mitbewohnern neben uns, und einem Kind: Juli.


Greta ist begeistert! Endlich hat sie ein anderes Mädchen zum zusammen spielen. Gestern haben die beiden erstmal Dornröschen, Rapunzel und Rumpelstilzchen nachgespielt, mit allen Details.... Ich hätte gar nicht gedacht, dass sie beim Märchen vorlesen so gut aufpassen.

Auch Lola ist begeistert von den Mitbewohnern: sie hilft dem einen beim Ausräumen der Geschirrspülmaschine, der andern leistet sie beim Essen Gesellschaft und gestern hat sie der dritten erstmal gesagt, dass sie aufs Klo will! Und schwupps wurde ihr die Hose runtergezogen und Pipi auf dem großen Klo gemacht, was bei MIR längst nicht so zuverlässig klappt! heute abend ist sie dafür erstmal die Treppe vom Hochbett runtergestürzt, aber glücklicherweise mit einem Schrecken davon gekommen.

Kisten, kisten, kisten....

63 habe ich gepackt letzte Woche. Niemals hätte ich gedacht, dass so viel in unsere Wohnung rein passt....

Dabei hatte ich doch schon soviel ausgemistet, weggeworfen, verschenkt. Und immer noch waren es 63 Kisten voll alter Ballkleider meiner Großmutter, Inhaliergeräte und Römertöpfe, ganz zu schweigen von den Häkelarbeiten meiner Urgroßmutter. Brauchen wir das alles wirklich? Und die Kisten mit den alten Mix-Kassetten, die so durchgenudelt sind, dass man kaum noch was versteht. Und doch sind sie alle in die Kisten rein gewandert.


Der letzte heile Blick in das blaue Regal mit dem edlen Teeservice von Großmutter. Das Regal hab ich eines Tages im Treppenhaus meiner Berliner Wohnung "gefunden". Es stand da dreckig und verstaubt vor einer Wohnungstüre und wartete - auf mich! Und ich erbarmte mich seiner. Seither hängt es in meiner Küche....


Ade, alte Wohnung, ade alle Worte, die wir hier gesprochen, laute und leise. Ade, all die Tränen, all der Kummer und alle dunklen Gedanken! Ade, auch an euch, all ihr schönen Stunden, der Gesang und die Liebe, ade!

Dienstag, 15. März 2011

Anzeige: Wer will unsere geliebte Küche haben?


Unsere schöne Küche ist günstig abzugeben, für 100 verhandelbare Euro.

Mit allem drum und dran: Spüle mit Anrichte aus schön geöltem Holz, etwa 2 Meter lang und liebevoll selber zusammengebaut,


Elektro-Herd,


Spülmaschine,


großer Kühlschrank von Liebherr mit Tiefkühlfach


und dazu noch ein Hängeregal aus hellem Holz.

Wenn Ihr euch heute (15.3.) noch entscheidet, bekommt ihr die Küche morgen frei Haus angeliefert, sonst müsst ihr sie euch selber holen. Innerhalb von Leipzig, versteht sich.

Ruft an: 0173-9041094.

Donnerstag, 17. Februar 2011

Verstecken spielen

Eines von Lolas Lieblingsspielen zur Zeit ist Verstecken. Wohlgemerkt: ich muss mich verstecken und Lola sucht, und sie sucht sehr gründlich: hinter den Türen, im Schrank, unter dem Sofa und vorhin hat sie sogar zur Sicherheit einmal im Klo nachgeschaut!

Auch sie hat schon erste Vorstellungen vom Verstecken: sich in die Ecke im Flur quetschen, da wo sonst die Türen zusammentreffen, und einen niemand sieht. Aber diesmal stehen die Türen natürlich weit offen und Lola steht eingeduckt dazwischen.

Gerne versteckt sie sich natürlich immer genau da, wo ich mich vorher versteckt habe. Und da versteckt sie sich tatsächlich, aber beim ersten suchenden Rufen nach ihr springt sie sogleich mit großer Begeisterung heraus und fällt mir strahlend in die Arme. Allein das 5 Sekunden still hocken ist wahrscheinlich schon der größte Nervenkitzel.

Montag, 7. Februar 2011

Noch schöner ist es auf dem Lande

Vor ca. 2 Wochen klingelte spät abends das Telefon, am Apparat war Uta, eine meiner besten Freundinnen, die aber nur selten anruft. Umso größer war mein Freude. Nachdem ich ihr mein Herz ausgeschüttet hatte und noch endlos weiter hätte erzählen können, fragte ich höflicherweise einmal nach, wie es ihr so ginge. Sie erzählte dies und das und dann schilderte sie ziemlich ausgiebig ihre Problematik, dass sie in zwei Wochen mit ihrem Mann zu einem Tangoworkshop fahren wolle, aber die Verwandten und Freunde, die eigentlich auf die Kinder aufpassen sollten, doch nicht könnten, weil sie nun doch schon im Urlaub waren und... Sie erzählte und erzählte. Bis endlich der Groschen fiel.

"Uta, ich hab noch nie auf die Kinder andere Leute aufgepasst. Wirklich, also ich würde ja gerne, aber ich trau mir das nicht zu. Wirklich nicht." Und es war wirklich für mich unmöglich diese Vorstellung, ihre beiden wilden Rabauken zusätzlich zu meinen Mädels abends ins Bett zu bringen, ganz zu schweigen die Mahlzeiten, wenn alle gleichzeitig in alle Richtungen rennen, was anderes essen wollen, schon gar nicht mein Essen....

Wie sie es geschafft habt, begreife ich heute noch nicht, aber im Laufe des Telefonates entwickelte ich die Idee, an dem Wochenende zu ihnen zu fahren, in ihr neues Haus auf dem Lande, und dort auf alle Kinder aufzupassen.

Und am letzten Wochenende bin ich dann gefahren, weit in den Norden, an die schöne Müritz, ins Bullerbü meiner Freunde, und habe dort mit ihren Kinder und meinen ein ganz und gar wunderschönes Wochenende verbracht. So schön wie lange keines.... Selten hab ich so viel gelacht....


Am Sonntag waren wir den ganzen Tag in Schlafanzügen, noch nichtmal zum Anziehen haben wir Zeit gehabt und zum raus gehen ohnehin keine Lust. Die Kinder durften bestimnmen, warum auch nicht? Und ich? Hatte endlich wieder Zeit, in aller Ruhe die Süddeutsche zu lesen.... Und die Kinder hatten ihren Spaß. Ganz ohne mich...


Warum aufwendig kochen, wenn der Tiefkühl-Flammekuchen, aller Lieblingsessen, sofort in den Mäulern verschwindet?

Naja, das geht natürlich nicht immer, aber den Kindern hat's geschmeckt!


Und wir haben auch Musik gemacht bzw. die Kinder, voller Inbrunst. At the drums, ....


Wobei nicht alle die Begeisterung der Musiker von ihrem Spiel teilten...


Am Samstag kamen auch noch meine Eltern, Oma und Opa, zur Unterstützung, und haben für echten Wirbel gesorgt. Wohl auch durch die neuen Spielideen, die sie den Kindern lieferten...


Der Einfachheit halber haben alle Kinder sie Oma und Opa genannt.




Und nachmittags gabs sogar Theater eine Etage höher, wo noch andere Freunde mit ihren Kindern wohnen. Zur allergrößten Begeisterung aller Kinder. Die Spannung steigt,



Lola wechselt die Fronten und will lieber mitspielen...


Schaut euch diese Gesichter an. Ich könnte da ewig drauf starren....




und natürlich, nicht zu vergessen. der überaus leckere Rote-Beete-Saft, so gesund. Das kann sich sehen lassen....



Wie gesagt, ich habe lange kein so lustiges und beglückendes Wochenende verlebt. Dank der Kinder, die in der Überzahl, mich mit ihrer Lebensenergie angesteckt haben.

Und das mit dem Zubett-gehen? Wir haben alle zusammen in einem riesigen Elternbett geschlafen, jedes Kind eine Hand, so gut es eben ging.... Tief und fest, fast ohne aufzuwachen, wenn das nix ist.