Montag, 9. Februar 2015
Naen!!!
Lola schreibt gerade voller Begeisterung. Seiten voller Buchstaben. Aber auch Worte, die ich ihr vorschreibe - und sie schreibt nach. Was wunderbar geeignet ist, mal wieder ein bisschen Sprache und Sprechen mit ihr zu üben. Was ich seit der Einschulung sträflichst vernachlässigt habe. Weil sie nach der Schule einfach zu müde ist...
Aber jetzt sind Ferien. Und so haben wir die Personalpronomen geübt und einfache Verbkonstruktionen, so wie "ich will Barbie spielen" (Lola spricht von sich selbst immer noch als LOLA). Dabei sollte Lola das Pronomen und das Verb selber schreiben. Und auch richtig aussprechen. Spielen klingt bei Lola nämlich ausgesprochen eher wie 'piln'. Was jeder aus der Familie auch versteht, aber die anderen Schulkinder nicht unbedingt...
Aber jetzt sind Ferien. Und so haben wir die Personalpronomen geübt und einfache Verbkonstruktionen, so wie "ich will Barbie spielen" (Lola spricht von sich selbst immer noch als LOLA). Dabei sollte Lola das Pronomen und das Verb selber schreiben. Und auch richtig aussprechen. Spielen klingt bei Lola nämlich ausgesprochen eher wie 'piln'. Was jeder aus der Familie auch versteht, aber die anderen Schulkinder nicht unbedingt...
Eigentlich kopiert Lola die Worte Buchstabe für Buchstabe. Da fand ich schon interessant, dass sie bei Spielen das letzte E weggelassen hatte. Was man beim Sprechen ja auch nicht hört...
Irgendwann am Ende unserer 'Session' wollte sie dann selber etwas schreiben. Aus dem Kopf. Nicht nur nachschreiben. Und schrieb diese Phrase, die sie dabei auch laut mitsprach.
'Nein! Spielen (Piln)!
Wow! Da hat sie doch tatsächlich ihren ersten eigenen lautgetreuen Satz geschrieben! So wie man (bzw. sie) es spricht. Und gezeigt, dass sie die Buchstabe-Laut-Zuordnung voll begriffen hat. Und sogar die Synthese hinbekommt. Ich war hin und weg.
Na, nach den Ferien ist erst mal Rechenepoche. Da kann sich alles in Ruhe für ein paar Monate setzen. Und ich bin ich gespannt, wie es weiter geht...
Dienstag, 3. Februar 2015
Lola in der Waldorfschule
Lola geht in eine inklusive Waldorfschule, die 'Karl-Schubert-Schule' in Leipzig. Seit diesem September ist sie dort in der 1. Klasse, mit 24 anderen Schülern, darunter 5 Kindern mit anerkanntem 'Förderbedarf'.
Und Lola liebt ihre Schule. Am Wochenende ist sie todtraurig, wenn sie nicht in die Schule kann, um all ihre Freunde und ihre geliebten Lehrer zu treffen. Sie ist super in den Klassenverband integriert, hat viele feste Freundschaften (nicht nur zu Inklusionskindern) und wurde nun schon mehrfach zu Kindergeburtstagen eingeladen, was mich ganz besonders freut für sie. Denn für die Kinder ist das in dem Alter unglaublich wichtig. Und für Lola nicht weniger...
Auch vom Unterricht ist die hellauf begeistert. Und hat sich in allen Bereichen in den letzten Monaten unglaublich gut weiter entwickelt. Wobei der Unterricht in der Waldorfschule ja ein sehr weit gefasstes Konzept darstellt. Am Anfang des Schuljahres ist die Klasse zum Beispiel jeden Tag mehrere Stunden in den Wald gegangen, um einen langen Waldspaziergang zu machen mit Wettrennen und Walderkundungen. Da hat Lola motorisch einen riesigen Schub gemacht. Läuft seitdem viel flüssiger und geschmeidiger, rennt und hüpft und balanciert... Ohne Probleme kann man mit ihr wandern gehen.
Aber auch beim Sprechen hat Lola sich enorm verbessert. Verwendet zwar immer noch meist 2-Wort-Sätze, kann aber auch schon 3-4 Wortsätze und vor allem ihr Wortschatz hat enorm zugenommen. Sicher auch über das viele Singen. Begeistert singt sie alle Lieder im Morgenkreis mit, fast 'schmettert' sie, sagt ihre Lehrerin. Und sie zeichnet und malt und schreibt. Je nachdem welche Epoche gerade dran ist (Formenzeichnen, Schreiben, Rechnen). Hat viele geometrische Figuren entdeckt, mit denen sie ganze Seiten füllt. Schreibt fast alle Buchstaben und ebenso die Zahlen. Kann flüssig zählen bis zehn, was vorher alles undenkbar war.
Heute hat sie mir eine halbe Tanzchoreographie vor getanzt, mit schnellsten Drehungen, Hüpfen, Rollen auf dem Boden, Stampfschritten. Wo sie das her hat? Sie behauptet 'Sport'. Sieht auf jeden Fall super aus!
Auch beim Handarbeiten macht sie voller Begeisterung mit, obgleich es ihr noch sehr schwer fällt und ich ihr leider auch nicht wirklich helfen kann.
Und aus dem Hort kann ich sie nachmittags auch kaum wegkriegen. Wenn die Kinder gerade ganz vertieft sind in einem ihrer Rollenspiele. Kaufmannsladen oder Vater-Mutter-Kind-Spiel oder Krankenhaus... Theater ist ja ohnehin eine von Lolas großen Leidenschaften.
Wenn mir das jemand vor einem dreiviertel Jahr gesagt hätte, als ich vor der Entscheidung stand, Waldorfschule oder Lindenhofschule (Förderschule mit Integration in der Grundschule), wäre mir die Entscheidung um einiges leichter gefallen.
Wie dankbar wir sind, diese wunderbare Schule für Lola gefunden zu haben. Es ist ein wirklicher Segen!
Und Lola liebt ihre Schule. Am Wochenende ist sie todtraurig, wenn sie nicht in die Schule kann, um all ihre Freunde und ihre geliebten Lehrer zu treffen. Sie ist super in den Klassenverband integriert, hat viele feste Freundschaften (nicht nur zu Inklusionskindern) und wurde nun schon mehrfach zu Kindergeburtstagen eingeladen, was mich ganz besonders freut für sie. Denn für die Kinder ist das in dem Alter unglaublich wichtig. Und für Lola nicht weniger...
Auch vom Unterricht ist die hellauf begeistert. Und hat sich in allen Bereichen in den letzten Monaten unglaublich gut weiter entwickelt. Wobei der Unterricht in der Waldorfschule ja ein sehr weit gefasstes Konzept darstellt. Am Anfang des Schuljahres ist die Klasse zum Beispiel jeden Tag mehrere Stunden in den Wald gegangen, um einen langen Waldspaziergang zu machen mit Wettrennen und Walderkundungen. Da hat Lola motorisch einen riesigen Schub gemacht. Läuft seitdem viel flüssiger und geschmeidiger, rennt und hüpft und balanciert... Ohne Probleme kann man mit ihr wandern gehen.
Aber auch beim Sprechen hat Lola sich enorm verbessert. Verwendet zwar immer noch meist 2-Wort-Sätze, kann aber auch schon 3-4 Wortsätze und vor allem ihr Wortschatz hat enorm zugenommen. Sicher auch über das viele Singen. Begeistert singt sie alle Lieder im Morgenkreis mit, fast 'schmettert' sie, sagt ihre Lehrerin. Und sie zeichnet und malt und schreibt. Je nachdem welche Epoche gerade dran ist (Formenzeichnen, Schreiben, Rechnen). Hat viele geometrische Figuren entdeckt, mit denen sie ganze Seiten füllt. Schreibt fast alle Buchstaben und ebenso die Zahlen. Kann flüssig zählen bis zehn, was vorher alles undenkbar war.
Heute hat sie mir eine halbe Tanzchoreographie vor getanzt, mit schnellsten Drehungen, Hüpfen, Rollen auf dem Boden, Stampfschritten. Wo sie das her hat? Sie behauptet 'Sport'. Sieht auf jeden Fall super aus!
Auch beim Handarbeiten macht sie voller Begeisterung mit, obgleich es ihr noch sehr schwer fällt und ich ihr leider auch nicht wirklich helfen kann.
Und aus dem Hort kann ich sie nachmittags auch kaum wegkriegen. Wenn die Kinder gerade ganz vertieft sind in einem ihrer Rollenspiele. Kaufmannsladen oder Vater-Mutter-Kind-Spiel oder Krankenhaus... Theater ist ja ohnehin eine von Lolas großen Leidenschaften.
Wenn mir das jemand vor einem dreiviertel Jahr gesagt hätte, als ich vor der Entscheidung stand, Waldorfschule oder Lindenhofschule (Förderschule mit Integration in der Grundschule), wäre mir die Entscheidung um einiges leichter gefallen.
Wie dankbar wir sind, diese wunderbare Schule für Lola gefunden zu haben. Es ist ein wirklicher Segen!
Montag, 5. Januar 2015
Frohes Neues Jahr, Euch allen!
Aus unserem ausgedehnten, herrlichen Weihnachtsurlaub sind wir nun wieder zurück. Zwei Wochen Familie und Freunde. Komplett ohne Internet! Tage voller Ruhe, Natur und schönen Gesprächen. Lange Abendrunden, Ausschlafen, Zeit für die Kinder... Herrlich war es. Ein Geschenk! Hier nur ein paar kleine Eindrücke vom Heiligen Abend...
Donnerstag, 18. Dezember 2014
Konversationen bei Tisch
Greta: "Mama, warum schreiben Erwachsene immer so langweilige Bücher, über Gefühle und so...?"
(...)
Pavel kaspert am Tisch rum. Zieht sich das Hemd aus.
Mama: "Pavel, setzt dich bitte jetzt richtig hin und iss!"
Pavel kaspert weiter rum.
Mama: "Hör auf, so rumzubocken...
Pavel: "Is bin nis bockig, is bin süß!"
Mama: '"Ihr seid so süß, alle!"
Lola: "Ja!"
Pavel: "Is bin nis süß! Is bin bockig. Lola auch bockig. Greta auch bockig. Mama AUCH bockig!!!"
(...)
Pavel kaspert am Tisch rum. Zieht sich das Hemd aus.
Mama: "Pavel, setzt dich bitte jetzt richtig hin und iss!"
Pavel kaspert weiter rum.
Mama: "Hör auf, so rumzubocken...
Pavel: "Is bin nis bockig, is bin süß!"
Mama: '"Ihr seid so süß, alle!"
Lola: "Ja!"
Pavel: "Is bin nis süß! Is bin bockig. Lola auch bockig. Greta auch bockig. Mama AUCH bockig!!!"
Montag, 15. Dezember 2014
Best of 'Selbstbestimmt 2014'
Heute morgen begrüßte mich Annette, Pavels Tagemutter damit, dass wir ja jetzt richtige lokale Berühmtheiten seien. Sie hätte uns Sonntag früh im MDR gesehen! Was? Und ich wusste gar nichts davon.... Im Tagesverlauf wurde ich dann auch noch mehrere Male darauf angesprochen. Und auch mal intensiver angeschaut... (so ist das also als Prominenter!)
Die Sendung Selbstbestimmt und ihr Moderator Martin Fromme fanden den MDR-Beitrag über Lola und uns 'Eine Welt ohne Behinderung! so bewegend, dass er zum 'Best of 2014' ausgewählt wurde!!!
Wie ich mich freue! Für Lola und für uns! Für ihren Weg, der doch so viele berührt und hoffentlich auch inspiriert!
Hier könnte ihr alles nachlesen und den Beitrag auch gerne anschauen und natürlich weiterempfehlen!
Danke, Euch allen! Danke!
Die Sendung Selbstbestimmt und ihr Moderator Martin Fromme fanden den MDR-Beitrag über Lola und uns 'Eine Welt ohne Behinderung! so bewegend, dass er zum 'Best of 2014' ausgewählt wurde!!!
Wie ich mich freue! Für Lola und für uns! Für ihren Weg, der doch so viele berührt und hoffentlich auch inspiriert!
Hier könnte ihr alles nachlesen und den Beitrag auch gerne anschauen und natürlich weiterempfehlen!
Danke, Euch allen! Danke!
Sonntag, 14. Dezember 2014
Alleine Übernachten!
Heute Nacht hat Lola zum ersten Mal ganz alleine bei ihrer Freundin übernachtet! Bei dem Mädchen aus ihrer Klasse, die mich immer so ausgequetscht hatte zum Thema 'Behinderung', ja genau bei der!
Erst haben die beiden nachmittags zusammen gespielt, dann am nächsten Morgen nochmal und dann gefragt, ob sie zusammen übernachten dürfen. Bei ihr zu Hause. Und ich hab gesagt, na klar! Wenn deine Eltern einverstanden sind....
Greta ist befreundet mit der großen Schwester und wollte auch dort schlafen. Das machte es leichter für mich und auch die Eltern des Mädchens. Für Lola war das überhaupt keine Frage.
Am Nachmittag packte sie ganz selbständig ihren Rucksack mit Schlafanzug, Kuscheltier, Zahnbürste und frischer Wäsche für den nächsten Morgen (ich hab sie nur daran erinnert, gepackt hat sie alles komplett alleine!). Gab mir ein Küsschen und weg war sie zusammen mit Greta, ein paar Häuser weiter. Nicht einmal umgedreht hat sie sich.
Und es gab überhaupt keine Probleme. Die Mutter rief heute früh an und meinte, was für liebe und nette Mädchen die beiden seien. Das könnten wir immer wieder machen. Lola hätte zusammen mit ihrer Tochter auf der Wohnzimmercouch übernachtet, zwar etwas länger beim Einschlafen gebraucht, aber alles ohne Probleme. Heute früh hätte sie die beiden zum Brötchen holen geschickt (es sind beides Erstklässler!), das wär hoffentlich ok für mich gewesen. Wow!!
Immer wieder überrascht mich dieses kleine, selbstbewusste Mädchen. Lola. Die ihren Weg geht. Loslassen! Sag ich mir immer wieder... Meine begrenzten Erwartungen an das, was sie kann und welche Wege ihr offen stehen.
Da hat es sich doch gelohnt, dass wir in letzter Zeit so konsequent darauf geachtet haben, dass sie selbständig handelt (alleine ausziehen und anziehen, ihre Sachen packen, mal einkaufen gehen, an der Kasse bezahlen) und sich an 'soziale Regeln' hält (höflich um etwas bitten, am Tisch ordentlich essen)... Auch wenn das oft ein bitterharter Kampf mit ihr war! Und immer noch ist. Zumindest zu Hause.
Dafür stehen ihr nun auch ganz andere Wege offen, die sie alleine gehen kann.
Erst haben die beiden nachmittags zusammen gespielt, dann am nächsten Morgen nochmal und dann gefragt, ob sie zusammen übernachten dürfen. Bei ihr zu Hause. Und ich hab gesagt, na klar! Wenn deine Eltern einverstanden sind....
Greta ist befreundet mit der großen Schwester und wollte auch dort schlafen. Das machte es leichter für mich und auch die Eltern des Mädchens. Für Lola war das überhaupt keine Frage.
Am Nachmittag packte sie ganz selbständig ihren Rucksack mit Schlafanzug, Kuscheltier, Zahnbürste und frischer Wäsche für den nächsten Morgen (ich hab sie nur daran erinnert, gepackt hat sie alles komplett alleine!). Gab mir ein Küsschen und weg war sie zusammen mit Greta, ein paar Häuser weiter. Nicht einmal umgedreht hat sie sich.
Und es gab überhaupt keine Probleme. Die Mutter rief heute früh an und meinte, was für liebe und nette Mädchen die beiden seien. Das könnten wir immer wieder machen. Lola hätte zusammen mit ihrer Tochter auf der Wohnzimmercouch übernachtet, zwar etwas länger beim Einschlafen gebraucht, aber alles ohne Probleme. Heute früh hätte sie die beiden zum Brötchen holen geschickt (es sind beides Erstklässler!), das wär hoffentlich ok für mich gewesen. Wow!!
Immer wieder überrascht mich dieses kleine, selbstbewusste Mädchen. Lola. Die ihren Weg geht. Loslassen! Sag ich mir immer wieder... Meine begrenzten Erwartungen an das, was sie kann und welche Wege ihr offen stehen.
Da hat es sich doch gelohnt, dass wir in letzter Zeit so konsequent darauf geachtet haben, dass sie selbständig handelt (alleine ausziehen und anziehen, ihre Sachen packen, mal einkaufen gehen, an der Kasse bezahlen) und sich an 'soziale Regeln' hält (höflich um etwas bitten, am Tisch ordentlich essen)... Auch wenn das oft ein bitterharter Kampf mit ihr war! Und immer noch ist. Zumindest zu Hause.
Dafür stehen ihr nun auch ganz andere Wege offen, die sie alleine gehen kann.
Abonnieren
Posts (Atom)


