Freitag, 15. November 2024

Bummel über die Karli

Gestern, als Lola bei der Physiotherapie war, bummelte ich wieder über die Karli (Karl-Liebknecht-Strasse) bei uns in der Südvorstadt.

Erst ging ich zügig, mal wieder Richtung Rossmann, um Besorgungen zu erledigen. Aber dann nahm ich doch die Kamera und fing auf, was ich sah. Manches schon oft, manches noch nie.

Immer wieder erstaunt mich, was ich entdecke, wenn ich mit der (digitalen) Linse auf Motivsuche gehe. Mal ganz nah, mal ganz weit weg.

Überall erzählt die Stadt Geschichten. Die Gebäude, die Automaten, die Fassaden, die Decken, die Skulpturen, ja sogar die Mülleimer.

Geschichten einer vergangenen Zeit, die vergangen, und doch noch da ist. Im Stein, in den Straßen, eingemeißelt.

Wir glauben uns so modern. So individuell. So einzigartig, in unserer Zeit, unseren Fortschritten, unserem Leid. In  'diesen Zeiten'.

Doch wir sind Teil eines großen Ganzen. Wir kommen und gehen.

Schön, dass ich mit meinen Gefühlen manchmal gar nicht so alleine bin :-)




Donnerstag, 14. November 2024

"Will keine Down-Syndrom haben"

Lola hat in der Biologie-Epoche gerade Genetik. Und in der letzten Woche haben sie Chromosomen behandelt, und in diesem Zusammenhang auch 'Trisomie 21' als eine Form der chromosomalen Abweichung besprochen. 'Down-Syndrom'. Ein Begriff, den Lola zwar schon kannte, den wir aber bisher nie groß thematisiert haben. 

Heute beim Abendbrot fragte mich Lola auf einmal zwischen zwei Bissen in ihr dick beschmiertes Käse-Salami-Frischkäsebrot. "Warum ich Brille habe?" 

 "Keine Ahnung, du kannst halt nicht so gut gucken. Mit der Brille siehst du besser", antwortete ich. 

"Will keine Brille haben", fügte sie hinzu. 

"Die steht Dir doch voll gut", versuchte ich abzulenken. 

"Will wieder klein sein, ohne Brille", sagte sie und erinnerte sich an ihre ersten Jahre, bis sie sieben war, als sie noch keine Brille trug. 

Ich zuckte mit den Achseln. "Naja, wenn sie Dich stört, kannst Du sie ja absetzen. Nur kannst Du dann leider nicht mehr so viel sehen." 

Lola zuckte mit den Achseln. Und begann, sich ihr drittes Brot zu schmieren. Bestrich es mit ganz viel Frischkäse, einer Schicht Salami und obendrauf noch zwei dicken Scheiben Edamer. Und biss herzhaft hinein. 

"Das ist zu viel Loli. Du kriegst gleich Bauchweh. Und außerdem - wenn Du immer so viel isst, nimmst du voll zu. Und kannst dich irgendwann gar nicht mehr bewegen."

Sie schüttelte verärgert den Kopf. "So wie P.", sagte sie. "Kann nicht laufen. Heute nur rumliegen. Und rumschreien, voll doof. Behindert!"  

 "P hat auch Down-Syndrom. So wie Du. Und er war heut bestimmt schlecht gelaunt. Und hat eben mal nicht mitgemacht, so wie du auch öfters. Aber ich finde ihn total nett und lustig."

"Down-Syndrom voll Kacke", schnaubte sie wütend. "Will keine Down-Syndrom haben! Will keine Brille haben. Will normal sein, wie alle Kinder."

Da blieb mir kurz die Sprache weg. 

"Was ist schon normal", stammelte ich. "Viele Menschen haben eine Brille. Und ja, Down-Syndrom.  Aber Du kannst doch trotzdem alles." 

"Nein, kann nicht gut alles. Kann nich gut sprechen ich. Nicht gut gucken. Down-Syndrom kacke. Will keine Down-Syndrom habe. Down-Syndrom absetzen. Will sein wie alle Kinder."

Liebevoll nahm ich sie in den Arm. "Loli, Du bist genau so perfekt, wie du bist. Und ich hab Dich lieb, genauso wie Du bist. Und die anderen mögen Dich auch alle so, genauso!" 

Sie wehrte mich ab und schüttelte den Kopf. "Warum ich Down-Syndrom habe?"

"Ich weiß nicht", sagte ich. "Ein Zufall. Oder - vielleicht hat Gott dich auch genauso gewollt?" 

"Warum?", setzte sie hinterher. Und schaute mich fragend und fast etwas verzweifelt an. "Will Down-Syndrom absetzen.  Will nich mehr. Will normal sein."

Mittwoch, 13. November 2024

Inklusives Theater- und Tanzfestival in Leipzig

Im Theater der jungen Welt in Leipzig findet vom 30. Januar bis zum 1. Februar 2025 das "Inklusive Theater- und Tanzfestival für junges Publikum TURBO" statt. Gemacht von, für und mit Menschen mit Behinderung. 


 

 

 

 

Hier die Einladung vom TdjW:

"Liebe Interessierte an inklusivem Theater für junges Publikum,

das Programm unseres inklusiven Tanz- und Theaterfestivals für junges Publikum TURBO steht fest – und für Kitas, Schulen und Gruppen ist die Kartenreservierung ab sofort möglich!

TURBO – so heißt unser Antrieb für inklusiveres Theater, unsere Teilhabe-Werkstatt für Entdecker:innen und unsere Utopienfabrik für Veränderungen. Denn wir finden: Theater ist für alle da! An vier aufeinanderfolgenden Festivaltagen stellen wir einander die Fragen: Wie funktioniert inklusives Theater für junges Publikum? Turbo-Antrieb oder Turbo-Schnecke? Wovon brauchen wir mehr und was lassen wir hinter uns?

Vom 30.01. bis zum 02.02.2025 laden wir ins Theater der Jungen Welt in Leipzig ein: Zu Gastspielen aus dem deutschsprachigen Raum – von, für und mit Menschen mit Behinderungen, zu einer Fachtagung und verschiedenen Workshops. Feiert mit uns bei unserer Frühstücksparty und erlebt mit TURBO ein inklusives Tanz- und Theaterprogramm für junges Publikum.

Ein Großteil der Veranstaltungen sind von Künstler:innen mit Behinderungen und richten sich auch explizit an ein behindertes Publikum – zum Beispiel arbeiten sie mit deutscher Gebärdensprache oder sind für blinde und sehbehinderte Menschen konzipiert.

Alle Infos zum vorläufigen Programm findet ihr auf unserer Homepage. Das detaillierte Programm, Infos in Deutscher Gebärdensprache und in Leichter Sprache folgen Ende November. Dann beginnt auch der offizielle Vorverkauf."

 Wenn Ihr Lust habt, besorgt Euch doch schonmal Karten. Das wird bestimmt spannend. 



Dienstag, 12. November 2024

Für meinen Vater

Heute vor 13 Jahren ist mein Vater von uns gegangen. Ein Tag, der sich in mein Leben gebrannt hat. Mir den Boden unter den Füssen weggezogen hat. Mein Grundvertrauen in das Leben tief erschüttert hat. 

Wie habe ich damals all die Trauer, den Schock, den tiefen freien Fall, bewältigen können? Ich war gerade schwanger mit Pavel, Lola war drei Jahre alt und Greta fünf. So klein noch, und ich, so jung. 

Mit großer Kraft bin ich durch diese Zeit der tiefen Trauer und Fassungslosigkeit gegangen! Woher sie kam, erinnere ich nicht mehr. Kann es mir heute kaum erklären.

Ich fühlte mich innerlich getragen, von der Liebe zu meinen Kindern und einem tiefen Vertrauen. In Gott - oder welcher Kraft auch immer, die uns lenkt. Im Wissen, dass ich die Dinge nicht ändern kann. Dass ich die Entscheidung meines Vaters nicht ändern oder rückgängig machen kann. Sondern dass wir geführt werden.

Dieser tiefe Glaube und ein grosses Vertrauen in das Leben haben mich damals getragen. Sowie der Halt und die Liebe so vieler Freunde, von Kollegen, Bekannten - und damals auch den vielen Lesern meines Blogs, denen ich mich so nah und verbunden fühlte. Dass ich hier direkt über seinen Tod geschrieben habe. (Wenn auch nie über das innere Chaos, in das er mich zunächst gestürzt hat. Dafür war das nicht der Raum.)

Und ich bin heute noch zutiefst dankbar für all diese Liebe und Unterstützung, die ich damals geschenkt bekam. Und von meinem tiefen Vertrauen in das Leben, das mich und meine Kinder so gesund und stark durch diese Zeit geführt hat. Dass ich nie am Leben verzweifelt bin, gehadert habe, sondern immer mit Zuversicht nach vorne geschaut habe. Und mit grosser Fülle und Liebe gesegnet wurde. 

Und ja, auch wenn mein Vater viel zu jung gegangen ist, mit damals 68 Jahren, habe ich diese Kraft, mit Zuversicht und Optimismus nach vorne zu blicken, das Machbare in die Hand zu nehmen, immer die Fülle zu sehen und nicht das, was fehlt, von ihm geschenkt bekommen. Er hat es mir zeitlebens vorgelebt, mich bestärkt, weiterzugehen, auch wenn es aussichtslos schien. Mich ermutigt, neue Wege auszuprobieren, neue Länder zu bereisen, neue Berufe zu erlernen. Er stand immer, sein Leben lang, vertrauensvoll hinter mir. 

Und dafür bin ich ihm heute noch zutiefst dankbar. Für diese innere Kraft, diesen Glauben an mich selbst, und vor allem den Glauben an das Gute im Menschen und den Wert eines sinnerfüllten Lebens, im Dienste von anderen. Das er mir immer vorgelebt hat, auch als Arzt und Familienvater. 

Noch heute bin ich tieftraurig, dass ihn in dieser Lebensphase vor seinem Tod die Schwermut erfasst hat, er auf einmal am Leben verzweifelte und sich nicht mehr kraftvoll genug sah für die Aufgaben, die er sich selber gestellt hatte - leider viel zu groß und ehrgeizig. Dass er seine Kraft verloren glaubte, und auf einmal nur noch sah, was er nicht mehr hatte und nicht mehr konnte. Wir alle sind nicht vor Phasen gefeit, dass auch uns die Kraft, der Glaube und die Zuversicht auf einmal fehlen. Dass wir nur noch das Dunkle sehen. 

Leider hat er sich damals niemandem anvertraut. Konnte sich nicht öffnen, den Schmerz und das Zweifeln, seine Schwäche niemandem zeigen und irgendwann nicht länger ertragen. Sondern suchte neue Sicherheit - die er damals für sich nur im Tode fand. Heute noch bin ich bestürzt, dass niemand von uns das damals gesehen hat. Niemand ihm hat helfen können. 

Aber es ist, wie es ist. Ich konnte es damals nicht ändern, sondern nur annehmen, und ebenso heute. Gottes Wille? Sein Schicksal? Ein dummer Zufall? Ein Hirninfarkt? Ich weiß es nicht.  

Doch der Gedanke hilft mir immer noch, dass wir dem Leben vertrauen können. Dass es uns führt. Damals wie heute. Auch wenn mein Vater dem Leben leider damals nicht mehr vertraut hat. Wie er es jahrelang vorher getan hatte. 

Ich wünsche mir und uns allen weiterhin das tiefe warme Vertrauen in das Leben, seine Wendungen und Wirbel, seine Höhen und Tiefen, durch die es uns trägt. Wie ein Boot über das aufgewirbelte Meer. 

Was mir dabei immer sehr hilft, mich daran zu erinnern, ist das Schreiben. Und das Lesen. 

Ein Gedicht, das mir damals sehr geholfen hat, wieder neues Vertrauen zu gewinnen, in 'das Unmögliche', den Neuanfang, ist dieses wunderbare Gedicht von Mascha Kaléko.

 Resignation für Anfänger

Suche du nichts. Es gibt nichts zu finden,
Nichts zu ergründen. Finde dich ab.
Kommt ihre Zeit, dann blühen die Linden
Über dem frischgeschaufelten Grab.

Kommt seine Zeit, dann schwindet das Dunkel,
Funkelt das wiedergeborene Licht.
Nichts ist zu Ende. Alles geht weiter.
Und du wirst heiter. Oder auch nicht.

Zwischen Vergehen und Wiederbeginnen
Liegt das Unmögliche. Und es geschieht.
Wie und Warum waren nie zu ersinnen.
neu klingt dem Neuen das uralte Lied.

Geh nicht zu Grunde, den Sinn zu ergründen.
Suche du nicht. Dann magst du ihn finden.

 

Danke, Papa, dass es Dich - für mich und uns alle - gegeben hat! Dein Licht leuchtet weiter. 

Montag, 11. November 2024

Weg mit dem Kinderkram!

Am Sonntag vormittag hat Lola ausgemistet, was sie schon seit Wochen vorhatte. Sie hat sich ihre Kisten und Kästen und Schachteln geschnappt und alles in den Müll geworfen, was sie nicht mehr braucht. 

Manches erschien ihr (bzw. mir) dann doch zu schade, zum Wegwerfen oder in die Verschenkekiste legen, das kam in die Flohmarkt-Kiste.

Normalerweise hängt sie sehr an ALLEM. Will nichts wegwerfen, bewahrt selbst bekritzelte Blätter in dicken Stapeln auf. Aber an diesem Vormittag war sie wie verwandelt. Und sogar bereit, sich von so manchen lieb gewonnen Dingen ihrer Kindheit zu trennen. 

Und so wanderten alte Perlenketten, Schleichtiere, Schlümpfe, Hello Kitty -Tagebücher, ja selbst Bibi-und-Tina-Hefte in die Flohmarktkiste.

Es war sehr berührend, sie so innig und selbstversunken sitzen zu sehen. Ein Ding nach dem anderen glitt durch ihre Hand. Sie erinnerte sich, und dann legte sie es einfach entweder in den Müll, in die Flohmarktkiste oder in die Schachtel zurück. 

Nur beim Fotobuch ihrer Klasse aus den ersten acht Schuljahren blieb sie lange hängen, und schaute und schaute. Und erinnerte sich so mancher lieber Freunde und Klassenkameraden, die längst schon nicht in der Klasse sind. 

 Ja, sie wird wohl langsam erwachsen. Und beginnt sich zu lösen....

Vielleicht sollte ich mir an ihr ein Beispiel nehmen. Und mir auch einen Aufräum-Erinner-Aussortier-Tag gönnen. Mir fällt es oft schwer, mich von alten, liebgewonnenen Gegenständen und Erinnerungsstücken, Büchern, oder Klamotten zu trennen. Dabei nehme ich es mir lange schon vor, um endlich wieder frische Energie in meine Zimmer zu lassen und Raum für Neues zu schaffen, im Innen wie im Außen. 

Sie hat mir gestern wieder gezeigt, wie gemütlich so ein Tag sein kann. Voller Innigkeit und Erinnerung. Und dann  - weg damit! Einmal tief atmen und - loslassen!

Sonntag, 10. November 2024

Zwei Meerjungfrauen in der Sachsentherme

 "Was machen wir am Wochenende", fragte Lola schon am Freitagnachmittag. Denn sie will immer gerne früh planen.

Puh, chillen, dachte ich. Einfach ma nix machen, nix planen. Rumbummeln... 

Aber das geht gar nicht für Lola. "Was machen wir, Mama?", setzte sie mit Nachdruck hinterher. 

Und ja, gute Pläne und schöne Vorhaben sind ja oft eine wchtige Voraussetzung, um in der verbleibenden Zeit gut entspannen zu können. Und so überlegte ich doch mal scharf, was Lola Spass machen könnte.

"Vielleicht schwimmen gehen?", versuchte ich. 

"Ja!", jubelte Lola. "Sachsentherme". Und nach kurzem Überlegen: 'Lea fragen, mitkommen kann." 

Ja, klar warum nicht? Lea hat auch Down-Syndrom und geht in Lolas Schule. Zwar zwei Klassen unter ihr, aber sie kennen sich vom 'Schulclub'. Und die beiden verstehen sich seit ein paar Monaten wirklich gut. Und das wäre doch wirklich mal eine schöne Idee, ein anderes gleichaltriges Kind mitzunehmen.

Denn Lola hat bisher nicht so viele gleichaltrige Freunde hier vor Ort. Was wirklich schade ist. Aber so richtig hat es mit niemandem 'gefunkt' bisher. Denn leider ist Lola öfters etwas 'eigen', ruppig in ihrer Art und macht oft einfach ihr Ding. 'Genügt sich selber'.  Und oft habe ich mich bisher auch nicht genug bemüht, sie mit Gleichaltrigen zusammen zu bringen. Weil ich das eben auch immer organisieren muss.

Also, klar. Das wäre doch mal DIE Gelegenheit. Wenn Lola schon selber Lust hat. 

Und so fragte ich Lea's Mutter an, ob ihre Tochter Lust hat, und ja! Lea hatte Lust auf schwimmen, und sogar Zeit. Und Lola jubelte! 

Und so fuhren wir vorhin auf dem Weg zur Sachsentherme bei Lea zu Hause vorbei und holten sie ab. Und Lola war überglücklich! Und Lea zwar noch etwas schüchtern und zurückhaltend zu Beginn, zumal auch Pavel dabei war. Aber kaum waren wir in der Therme, schossen die beiden wie Meerjungfrauen durchs Wassser, tauchten, drehten sich, machten Handstand und sprangen vom Beckenrand, dass es eine Freude war. 

Herrlich, sie so schön mit einer 'Freundin' zusammen zu sehen.

Obgleich ich Lola, wenn ich ehrlich bin, im Vergleich zu Lea doch als recht einzelgängerisch empfand. Oft nicht gut in der Lage, auf ihre neue Freundin einzugehen, oder ein Spiel zu initiieren. Lea war da doch sozialer, zugewandter, gesprächiger. Und unglaublich gut organisiert. Schon beim Umziehen, beim Ordnen ihrer Sachen, war sie total selbständig. Wo Lola sich immer viel mehr von mir 'bedienen' lässt (und ich ihr auch immer brav helfe). 

Auch beim Duschen hatte Lea all ihre Duschsachen dabei, holte Shampoo aus dem Beutel, duschte sich ab, zog sich total selbständig alles an, fönte sich am Ende die Haare. Irre, sie brauchte wirklich KEINERLEI Hilfe von mir. Was mich wirlich baff machte. 

Und doch wieder die Frage für mich aufwarf, ob ich Lola eben doch viel zu viel helfe. Ihre Sachen aus der Tasche hole, ihr alles hinterhertrage. Ihr die Dusche anmache, die Haare einschäume. Alles Dinge, die sie super alleine kann. Wo sie aber oft so ruppig wird, wenn ich sie nicht unterstütze, dass ich es der Einfachheit halber dann doch oft mache. Und eben damit verhindere, dass sie es selber lernt. Ganz klassisch, die 'erlernte Hilflosigkeit'. Ein Begriff, den ich schon lange kenne, und doch nicht davon gefeit zu sein scheine, dass Lola genau das leider erlernt zu haben scheint.

Ach, nun bin ich in meinem Schreiben so kritisch ihr und mir gegenüber geworden. Dabei wollte ich doch eigentlich nur von dem schönen gemeinsamen Nachmittag mit Lolas neuer Freundin Lea berichten, endlich einmal! Über den ich mich so gefreut habe. Und Lola auch! Danke dafür!

Samstag, 9. November 2024

Abendstimmung am See

Nach einem gemütlichem Samstag zuhause - mit langem Ausschlafen nach der gestrigen, wirklich wilden und herrlichen Party und einer kleinen Putzaktion  - bin ich am späten Nachmittag wieder mit Lola an den Cospudener See geradelt.

In der Stadt schien der Abend einfach nur grau, neblig und ungemütlich. Und ich konnte nicht nachvollziehen, wieso Lola bei diesem Wetter schon wieder unbedingt zum See wollte.

Aber kaum dort angekommen, verstand ich sie. Es erwartete uns solch eine bezaubernde Abendstimmung, dass ich nicht bereute, im Halbdunkel durch den düsteren Auwald gefahren zu sein. Fedrige rote Abendwolken über den feinen Nebelschwaden, die über den See krochen. Zu schön....

Dummerweise hatte ich mein Handy zu Hause liegen lassen, was mich wirklich ärgerte. Wenn ich so schöne Momente erlebe, habe ich immer das Bedürfnis, sie nicht nur in meinem Kopf und meiner Seele, sondern auch mit der Kamera festzuhalten. Ein echter Tick von mir.

Als ich darüber mit Lola redete, bekam das ein junger Mann mit, der am See natürlich gerade Fotos schoss. Und bot mir an, dass ich ruhig ein paar Bilder mit seinem Handy machen könne. Und er würde sie mir dann später schicken. 

Was für ein schönes Angebot, das ich dankend annahm. Und so habe ich gerade eben ein paar wunderschöne Bilder vom Wolkenzauber über dem Cossi von ihm bekommen, und dazu sogar noch ein Bild von Loli und mir. Die ich nun hier teilen kann. Tausend Dank dafür!