Samstag, 20. November 2021

Lola, am Mikro!

Am Donnerstag war es - endlich - soweit! Lola hat ihren 14. Geburtstag gefeiert. Heiss ersehnt, seit 365 Tagen. Denn kaum ist die Party vorbei, plant Lola immer schon wieder den nächsten Geburtstag.


 
Dieses Jahr hat sie zwei Mikrofone geschenkt bekommen. Ebenso heiss ersehnt. Um zu Hause endlich richtig laut singen zu können!

Was sie direkt nach dem Frühstück gemacht hat. Zum Glück ohne Verstärker und Band: aber 'egal!' Mit Leib und Seele. Wie alles, was sie tut.


 
Zum Glück hat ihr der Papa 'ruhigere' und entspannendere Geschenke geschickt, so dass der Nachmittag sehr ruhig und besinnlich verlief.

'Oh Mama, nicht schon wieder fotografieren'.... 


 
Für heute, Samstag, war die 'echte Party' mit Schulfreundinnen geplant. 
 
Seit 11 Uhr standen wir in der Küche. Haben Quiche und Muffins gebacken, Fleischklösschen gebraten, Gemüse geschnippelt. Und Lola hat Käsetaschen gebastelt.

Ganz alleine. Zwar nicht als Teil ihrer Projektarbeit, dem 'Koch- und Backbuch'. Doch seit sie daran arbeitet, hilft sie viel mehr beim Kochen mit. Auch zunehmend selbständig. 

Um 15 Uhr war es soweit. Die 'Tischtennisparty' konnte starten. Wofür uns M. liebenswerterweise sein Studio überlassen hatte. Mit Flügel, Tischtennisplatte und: Mikrofon!!!! Sogar mit Verstärker. Also: so richtig schön laut! 

 Und noch bevor die Partygäste da waren, Lola legte spanische Musik auf, stellte sich ans Mikro und - sang!!! Wir nur Lola singen kann. 

Laut, schief und - voller Inbrunst!!!!

Sie war überglücklich. Noch bevor die Party überhaupt losging. Die nächsten 5 Stunden hätte sie auch alleine singen können. Sie wäre beseelt gewesen.

Mit den Partygästen bekam sie dann sogar echtes Publikum. Und sang weiter.  Laut, schräg und voller Inbrunst! Während ihre Schulfreundinnen Tischtennis spielten...

Irgendwann luchste ihr eine dann das Mikro ab. Und den Rest des Abends sangen die Mädels im Wechsel zu ihren Lieblingssongs. Als Solo oder Duo. Während die Anderen andächtig zuhörten oder lauthals mitsangen und tanzten. Je nach Song.

Was für eine schöne Party! Lola liegt jetzt glücklich und zufrieden im Bett. Und träumt wahrscheinlich davon. Oder - von der ganz grossen Bühne!

Freitag, 12. November 2021

Danke, dass Du gelebt hast!

 Heute vor 10 Jahren ist mein Vater gestorben. So eine lange Zeit schon. 

 

An manchen Tagen ist der Schmerz so stark wie damals. Auch wenn die Tränen nicht mehr so brennen. Und oft gar nicht mehr fließen.

An manchen Tagen überwiegt die Dankbarkeit, ihn als Vater und Großvater gehabt zu haben. Seine Stärke und Kraft, seine Lebenslust in uns zu spüren. 

An manchen Tagen überwiegt die Wut, dass er uns verlassen hat. 

An manchen Tagen die Angst, nicht weiter zu wissen. So wie er damals.

Heute freue ich mich vor allem, dass er gelebt hat. Dass er mir das Leben geschenkt hat. Dass er mir so viel mitgegeben hat, von seiner Neugierde, seine Begeisterung, seinem grenzenlosen Optimismus. Seiner Lust am Leben, am Abenteuer, am Neubeginn. 

Ich vermisse ihn. Ja. Aber vor allem bin ich dankbar, dass er gelebt hat. 

Er hat die Entscheidung getroffen, die er getroffen hat. Aus dem Leben zu gehen. Und ich wünschte, er hätte sie damals nicht getroffen. Hätte - in seinem Tunnel - wieder ein Licht gesehen. Wie so oft in seinem Leben vorher. 

Doch sein Licht brennt weiter. In mir. In den Kindern, seinen Enkeln. Und in der Welt. 

Und nährt neues Leben, neue Liebe und neue Hoffnung!

 

Danke, dass Du gelebt hast! 

Und mich zu der gemacht hast, die ich heute bin. Ich werde Dein Licht weiter tragen. Versprochen!

Sonntag, 7. November 2021

Huhn und Henne

Zum Sonntagsfrühstück habe ich heute spontan das 'Huhn und Henne' Geschirr gedeckt. Von dem wir früher in meiner Familie immer am Sonntag zum Frühstück gegessen haben. Da war so eine Sehnsucht in mir auf einmal, nach dem warmen Gefühl meiner Kindheit. 

Am Tisch sitzen, gemeinsam mit meinen Eltern, und die Eier löffeln. Genau richtig weich gekocht, mit der Eiermaschine von Krups. Die aussah wie ein Ufo. Und laut brummte, wenn die Eier fertig waren. Den Löffel eintauchen in das warme Eigelb, und noch ein wenig Salz aufstreuen, mit den kleinen gläsernen Salzstreuern. Aus denen denen nie etwas rauskam, weil das Salz trotz der Reiskörner immer verklebt war.

Es ist der Geschmack meiner Kindheit, die ich heute aufleben lassen wollte. Die Sehnsucht nach Geborgenheit und einem Ort, wo ich zu Hause bin. Wo ich mich an den üppig gedeckten Tisch setze und Eier esse, und meinem Vater von meinen Erlebnissen erzähle. Und er nickt, und leckt das Eigelb, das in seinem Schnauzbart hängen geblieben ist, mit der Zunge ab. Und grinst dabei. 

Vielleicht war es auch einfach der Wunsch, mich meinem Vater nahe zu fühlen. Der bald 10 Jahren tot ist. So lange schon, dass sein Bild immer blasser wird. Auch wenn das Gefühl stetig gleich bleibt. Und die Lücke auch. 

Papa, ich vermisse Dich! 

Dienstag, 2. November 2021

Schon gelacht heute?

Kennt ihr auch den November-Blues? Alles grau draussen - und drinnen auch? 

Ich kenn das zu gut. Vor allem nach diesen herrlichen sonnigen Herbsttagen. Die sich nun verabschieden... 

Da hab ich mir heute ein Lachtraining gegönnt. Ja, wirklich. 

Animiert durch den einladenden Satz "Du muss nicht 20 Jahre meditieren, um den Kopf frei zu bekommen. Drei Minuten Lachen hilft'. Auf der Seite von Cornelia Leisch.

Hab ich gestern spontan den Kurs 'Happy November' gebucht. Und war gerade zum ersten Mal dabei. 

Herrlich. Lösend. Lachend. 

Und ich fühl mich wie neugeboren... 

Falls es also auch bei Euch grad grau ist, kann ich das nur jedem empfehlen.

Samstag, 30. Oktober 2021

Alleine mit dem Zug nach Italien...

Würden meine beiden Mädels die Reise mit dem Zug nach Italien und zurück ganz alleine schaffen? Ich war sicher, tief in mir drinnen. Und doch furchtbar aufgeregt. Greta, gerade mal 15 Jahre. Zusammen mit Lola, immerhin schon 13. 

 

Vor 10 Tagen ging es los. Mit dem Zug nach München, halbe Stunde Zeit für den Umsteig. Und dann weiter über den Brenner bis nach Bozen, wo der Papa zusteigen wollte. Und schließlich zusammen nach Bologna. Bewaffnet mit Zugticket, Personalausweis, Impfausweisen, Corona-Tests, Geld zur Sicherheit, einem Haufen geschmierter Brote, Süßkram und Getränken brachte ich sie zum Zug.

Die beiden stiegen ganz entspannt in den Zug, winkten noch einmal kurz und weg waren sie. Während mein Herz pulsierte und mein Kopf sich alle möglichen Unwägbarkeiten ausmalte. Zumal draussen der Sturm tobte, mir schon auf dem Weg vom Bahnhof nach Hause Äste und Mülltonnen entgegen flogen und im Radio gemeldet wurde, dass die Regionalzüge in vielen Landesteilen still stehen und die Züge in Nordrhein-Westfalen gar nicht mehr fahren.

 

Bibbernd saß ich bei der Arbeit und versuchte, tiefenentspannt einen guten Workshop zu leiten. "Sie kommen heil und sicher an", betete ich mir innerlich vor. Auch wenn mein Kopf immer wieder die ulkigsten Fragezeichen dazwischen schob. Nein, tief atmen. Im Wissen, dass sie wohlbehalten durch diesen Sturm fahren. "Sie kommen heil und sicher an".

Und während in Leipzig und deutschlandweit die Bäume auf Strassen, Waldwege und Autos stürzten. Der Müll und die Baugerüste durch die Strassen wirbelten. Und der Verkehr an vielen Stellen zum Erliegen kam, rollten die beiden - im Auge des Orkans - durch die ganze Republik. Bekamen pünktlich den Anschluss in München. Und saßen abends zusammen mit dem Papa gemütlich in einer Pizzeria in Bologna. Der sich bestimmt eine herrlich frische Birra Morretti dazu gönnte, und ebenso erleichtert war, wie ich, dass sie gut gelandet waren.

Nach 10 Tagen Italien mit dem Papa - in Bologna, Venedig und Bozen - habe ich sie vorhin ebenso wohlbehalten wieder am Bahnhof abgeholt. Auf die Minute pünktlich sind sie angekommen. Mit welch selbstverständlicher Sicherheit die beiden durchs Leben gehen! Länder und Grenzen überschreiten. Wie stolz ich auf sie bin. Und natürlich wie dankbar, dass alles gut gegangen ist. Und sie ihre erste so positive Erfahrung mit einer Zugreise alleine machen durften.

Dienstag, 12. Oktober 2021

Kartoffelbrei mit Spinat und Fischstäbchen

Lola hat heute ihr zweites eigenes Gericht gekocht. Kartoffelbrei mit Spinat und Fischstäbchen. Ihr Leibgericht. Was Teil ihrer Projektarbeit für die 8. Klasse "Lolas Koch- und Backbuch" werden soll...

Sie hat sich das rezept ausgesucht, den Einkaufszettel geschrieben, eingekauft ...

Und alles alleine gekocht. Naja, mit meiner Hilfestellung was die Abfolgen angeht. Doch die Idee ist natürlich, dass sie lernt, es wirklich alleine zu kochen.

Alleine das Anstellen des Herdes mit der richtigen Temperatur war ein wichtiger Schritt für sie. Ober- und Unterhitze einstellen. Dann auf 220 Grad. Das hatte sie noch nie alleine gemacht. Und die 220 zu finden auf dem Zahlenrad, wo nur die 200 und die 250 stehen, war schon eine kleine Aufgabe...

Um wirklich selbständig zu werden, auch inder Selbstversorgug, braucht es so viele kleine Schritte... Die zu verinnerlichen und alleine zu reproduzieren, noch eine ganz andere Herausforderung für sie darstellt.

Auch die Kartoffeln hat sie zum ersten Mal alleine ins Wasser gegeben. Und schreckte natürlich vor den kochend heissen Spritzern zurück. Langsam und vorsichtig ging es dann...

Und wo lässt sich diese verdammte Packung Fischstäbchen öffnen?

Vorsichtig aufs Blech geben, das schon gut heiß ist. Auch das war Premiere!

Spinat in den Topf, und umrühren nicht vergessen!

Dann die fertigen Kartoffeln abgießen...


Milch dazu ... Auch da ist das richtige Maß zu lernen eine Aufgabe. Ich konnte nur noch im letzten Moment STOPP schreien, bevor sie fast einen halben LIter dazu geschüttet hatte.

Auch die Butterstückchen waren eher Butterklumpen. Da ist noch Raum für Feinjustierung...

Ordentlich stampfen, bis wirklich alle Kartoffeln zerdrückt sind.

Und neben Salz (halbe Hand voll), einer winzigen Prise Pfeffer ('mag ich nicht'), ließ sie sich zumGlück zum Muskat überreden. Denn eine Prise muss ein. Auch wenn sie den Geruch 'eklig' fand.

Nur das Blech mit den fertigen Fischstäbchen traute sie sich nicht, aus dem heissen Ofen zu holen... Füllte dafür aber alles alleine auf.

Und setzt sich zufrieden, aber doch müde an den Tisch. Gar nicht wenig, so ein ganzes Gericht von Anfang bis Ende alleine zu kochen. 


Es tut ihr richtig gut, all diese Schritte alleine und relativ selbständig zu erledigen. Um sich endlich mehr zuzutrauen. Weil sie weiß, dass sie es kann. Noch mit Unterstützung, aber bald auch alleine. 

"Bin nicht klein, bin groß", sagte sie neulich sehr selbstbewusst zu einer Ärztin, als diese mich fragte, ob ich mit 'der Kleinen' zum Impfen da sei. Und schaute diese verärgert, aber auch sehr selbstbewusst an. "Tschuldigung", sagte die Ärztin. "Natürlich".

Donnerstag, 23. September 2021

Kochen und Backen - Projektarbeit


Lolas erste Notizen für ihre Jahresarbeit - "Kochen und Backen". 


 
Die erste Collage zum Thema Äpfel. - Denn die berühmte 'Apfeltarte'  darf in ihrem Backbuch natürlich nicht fehlen. 
 

Und 'Äpfel in Variationen' - in Ölkreide.



 Welch unglaublichen Motivationsschub diese Idee eines Koch- und Backbuches in ihr ausgelöst hat. Als habe sie darauf gewartet, endlich etwas alleine machen zu können.