Die Hälfte ist vorbei. Wovon? Zwei Monate ohne Ricardo, den Papa von Lola und Greta. Der beruflich in Spanien zu tun hat. Einen Monat haben wir nun schon geschafft - wir drei Mädels ganz alleine. Naja, nicht ganz. Denn morgen fahren wir für zwei Wochen nach Spanien und besuchen den Papa.
Die Mädels fragen immer öfter nach dem Papa. Gestern abend, bei der Gute-Nacht-Geschichte auf dem Sofa, die sonst immer der Papa vorliest, klopfte Lola plötzlich wie wild auf das Sofa, sagte 'Papa, Papa' und deutete auf das Telefon. Nahm ihre Hand an den Kopf, als wolle sie telefonieren (ihre Gebärde für Telefon) und sagte wieder 'Papa'. Die Message war klar. Und natürlich habe ich sofort nach dem Telefon gegriffen und den Papa angerufen. Lola war glücklich!!!
Auch Greta hatte neulich einen echten Durchhänger, im Kindergarten. Lag sie ganz lange stumm auf dem Sofa, ließ niemanden an sich ran und spielte mit niemandem. Wie sie mir später erzählte, hatte sie an den Papa gedacht, an die Abuela (spanisch: Oma), an den Abuelo (spanisch: Opa).
Und morgen fahren wir nun ENDLICH hin. Greta kann es kaum erwarten. Immer wieder sagte sie mir heute, dass sie JETZT sofort mit der Abuela kuscheln wolle. Und dass sie den Abuelo sooo lieb hat, dass solle ich ihm sagen. Ich meinte, dass könne sie ihm ja morgen sagen. 'Nein, Du, ich kann das nicht sagen.' Und als ich sie fragte, wie sie das denn spanisch sagen könne, meinte sie: 'Abuelo, yo tengo te mucho lieb.' Ich musste richtig lachen über diese slapstick artige wortwörtliche Übersetzung des Deutschen ins Spanische. Man merkt, dass sie 4 Wochen kein Spanisch gesprochen hat. Na, ein paar Tage wird sie schon brauchen, um sich wieder verständigen zu können....
Aber alles in allem haben wir diese Zeit alleine doch bestens gemeistert. Und ich hatte solche Sorge davor, denn letztes Jahr, als Ricardo aus gleichem Anlass so lange weg war, ist Lola so krank geworden. Ich war gänzlich überfordert von allem... Dieses Jahr habe ich es ruhig angehen lassen, mir keinerlei Pläne gemacht wie grossen Hausputz, Umbauen oder neuen Job, obwohl ich theoretisch die Zeit gehabt hätte. Ich habe mit Lola ein paar Reisen zu schönen Seminaren gemacht, liebe Freunde besucht, viel Zeit mit meiner Familie (Oma und Opa und dem lieben ONkel Nick) verbracht. Greta hatte ein bißchen zeit alleine bei meinen Eltern udn hat sie sehr genossen. Und hier zu Hause, habe ich es mir gut gehen lassen und mein einziges Ziel war, dass es den Mädels gut geht und sie gesund sind. Und tatsächlich, ist die Erkältungswelle, die derzeit ein drittel der Kindergartenkinder unser Einrichtung hingerafft hat, weitestgehend an uns vorbei gegangen. Was sicher auch meiner guten Fünf-Elemente-Ernährung und dem warmen Frühstück zu verdanken ist, so bilde ich es mir zumindest ein...
Wie man als praktisch alleinerziehende Mutter im Normalfall auch noch arbeiten sollte, ist mir allerdings verborgen geblieben. Nur soviel: Hut ab vor allen Frauen, die neben den Kindern und dem Haushalt noch arbeiten gehen!!! Vor allem vor denen, die keinen Mann an der Seite haben, wo der Mann nicht da ist oder nur wenig Zeit hat. Ich kann diese Frauen nur bewundern. Oder besser: mich wundern, wie sie das schaffen! Denn die Kinder wollen ja nicht nur 'versorgt' werden, sondern sie wollen ja auch eine ausgeglichene, entspannte Mama, die nicht sofort in die Luft geht, weil der Tag eh schon gelaufen ist, bevor die Kinder abgeholt werden wollen.... Ich hätte nicht gewusst, wo ich in den 5 Stunden, die ich für mich habe, wenn Lola bei der Tagesmutter ist - wohl gemerkt, an nur 4 Tagen die Woche, denn Freitag ist Therapietag - einem regulären Job nachgehen sollte. Vielleicht ginge es schon, wenn ich ein Büro hätte, wo mich nichts ablenken würde von der Arbeit. Aber zu Hause, wo mich die Wäsche, der Abwasch, der Müll, der leere Kühlschrank stets so freundlich anlächeln, schaffe ich es kaum, konstruktiv zu arbeiten.... Was Mütter so nebenher ganz selbstverständlich jeden Tag erledigen, und dann auch noch mit ganzem Herzen und Ohr für ihre Lieben da sind - den Ehemann eingeschlossen - ist echt eine Wahnsinnsleistung!!!! Das musste mal gesagt werden!!!
Also, auf alle Mütter, unsere eigenen natürlich ganz besonders - und ihre tägliche Liebe und ihre unermüdliche Sorge um all die kleinen und großen Dinge des Alltags!!!