Samstag, 13. Juli 2019

Abenteuer in der Sparte


Heute Nachmittag haben wir unseren neuen Garten eingeweiht, ganz nahe beim Cospudener See. Yeah! Wie lange schon habe ich davon geträumt, dort ein kleines Gärtchen mit einem Häuschen drauf zu haben.


Für unsere bevorstehende Ferienwoche am See haben wir schonmal eingekauft. Und das erste Mal auf der Terrasse zu Abend gegessen!


Die Kinder machen lange Nasen...


Ganz unverhofft mussten wir dann noch zwei Stunden bleiben, obwohl wir erst am Montag hier schlafen wollen. Da wir von einem so heftigen Gewitterregen überrascht wurden, dass wir lieber keinen Fuss vor die Tür setzen wollten.


Und nach dem Sturm die Hosen hochkrempeln mussten. 




Ja, so ein Häuschen am See. Fürs Wochenende. Eine ganz neue Erfahrung...

Dabei leben wir gerne in der Großstadt. Mitten drin. Im Viertel buntes Treiben, bekannte Gesichter, Hofgemeinschaften und kurze Wege, alles mit dem Rad. Und das mitten im Leipzig. Die Kinder können alleine überall hin, und auch die Innenstadt und alle Kulturangebote der Stadt sind nur 15 Minuten mit dem Rad entfernt...

Leipzig hat als Stadt so viel Natur, wilde Parks und noch wildere Innenhöfe, dass uns eigentlich nie etwas fehlte.  Und wir uns - trotz mehrmaliger Anläufe - bis jetzt nicht durchringen konnten, raus ins Grüne zu ziehen. Oder zumindest an den Stadtrand. In ein eigenes Haus.

Doch vor zwei Jahren habe ich dann doch einen kleinen Garten in der Nachbarschaft gekauft und das Gärtnern für mich entdeckt. In der Erde wühlen, den Pflanzen beim Wachsen zusehen, Beeren ernten, Trauben naschen, der Natur beim Wandel zusehen. Jede Woche neue Pflanzen entdecken, von denen ich gar nicht wusste, dass ihre Samen in der Erde schlummerten.

Doch auch das Gärtchen war mitten in der Stadt und nur klein, und das Häuschen wild romantisch, aber schon etwas verwittert und zum übernachten nicht geeignet. Und der See so weit.

So dass wir nun den nächsten Schritt gegangen sind und einen etwas größeren Garten am See gekauft haben.

Auch wenn der Abschied von unserem alten, verträumten und wunderbar wilden Garten mir sehr schwer fällt. Aber der neue wird sicher bald auch verwildert sein...


Mittwoch, 10. Juli 2019

Der letzte Einsatz im kleinen Gärtchen






Montag, 8. Juli 2019

Lola an der Kamera


Lola hat sich mal wieder mein Handy geschnappt. Und Bilder geschossen... 


Erstaunlich ihr Blick.





Schloss Charlottenburg




Zu Besuch in Berlin, bei Onkel Nick und Veri. Wo die Mädels ihren Cousin, Juri, zum ersten Mal kennen lernen durften. 

Gruppenfoto vor dem Schloss Charlottenburg. Nur Lola, unvergleichlich, verharrt in andächtiger Betrachtung der Kulisse. 

Donnerstag, 6. Juni 2019

Opas Insel

Wer würde schon zurück wollen, von einer wunderschönen Insel? Zwischen Elefanten, Schmetterlingen und Cocktail schlürfenden Orang-Utans seinen Lebensabend zu verbringen, ist nicht die schlechteste Vorstellung.


Warum also sollte Sams Opa zurückwollen, von dieser wilden, fantastischen und magischen Insel, zu der er gemeinsam mit seinem Enkel auf einem Dampfer reist, um ihn dann alleine wieder nach Hause zu schicken.

Als Sam am nächsten Tag sein Haus betritt, ist sein Opa nicht mehr da. Und auch die Tür, durch die sie am vorigen Tage zu dem magischen Ort gelangt sind, ist verschwunden.

"Gestorben", sagt Lola leise. Und streichelt mich.

Pavel, mein Jüngster, bald 7 Jahre alt, hat uns die Geschichte vorgelesen. Zufrieden klappt er das Buch zu.

"Und, was glaubst du, wo der Opa jetzt ist?, frage ich ihn.

"Na, der ist auf der Insel geblieben. Weil es da so schön war", sagt Pavel. Und schaut mich erstaunt an.

"Lola meint, dass er gestorben ist. Und deswegen dageblieben ist", sage ich. Lola nickt.

"Wieso das denn? Davon steht nichts in dem Buch", sagt Pavel. Und liest sogar den Klappentext vor, in dem auch kein eindeutiger Hinweis auf den Tod zu finden ist. Nur, dass es eine Geschichte darüber sei, wie man sich lieben Menschen immer nah fühlen kann, egal wie weit sie fort sind.

"Und wieso ist dann die Tür auf dem Dachboden verschwunden?", frage ich ihn.

"Die ist nur hinter einem Tuch versteckt. Sieht man doch...", sagt er. Und zeigt mir das Bild vom Speicher, auf dem ein abgehängter Gegenstand zu sehen ist.

Wie schwer es ist, zwischen den Worten und Bildern eine andere Wahrheit zu lesen, als die, die ausgesprochen und gezeigt wird. Vielleicht hat auch jeder seine Wahrheit.

Lola hat einen so erstaunlich intuitiven Zugang zu diesen feinstofflichen Räumen, die sich zwischen den Worten öffnen. Vielleicht weil sie der Sprache nicht so mächtig ist. Dass sie die Bewegungen des Herzens spürt und zwischen den Zeilen lesen kann.

Zum Tod hat sie immer schon einen sehr klaren, und intuitiven Zugang.

"Ich will nicht sterben, Mama", sagt sie mir heute auf dem Weg mit dem Rad zur Schule. Nachdem wir eine heftige Bremsung hinlegen mussten. "Will leben."

Das Buch "Opas Insel" von Benni Davies ist jedenfalls ein wunderschönes Buch über den Abschied und die innere Verbundenheit mit geliebten Menschen. Egal wie weit fort sie sind. Vielleicht sogar im Paradiese...