Dienstag, 9. April 2024

Schritt für Schritt durch den hessischen Urwald

 Eigentlich wollte Lola an Ostern nach Hamburg fahren oder nach Italien. Als Beginn unser grossen Weltreise, die sie unbedingt mit mir machen will. Aber leider hatten wir zu wenig Zeit, wollten wir doch auch noch die Oma in Wuppertal besuchen. Und ja, auch das Budget war etwas knapp.

Und so machten wir einfach auf der Rückreise von Wuppertal nach Leipzig wieder einen kleinen Zwischenstop in Hessen. Ich mietete eine Ferienwohnung 'irgendwo im Nirgendwo', konkret: in Edertal im Nationalpark Kellerwald-Edersee, und wir machten ein paar Tage Wanderurlaub. 

Gut, Lola und Pavel brachen nicht gerade in Begeisterungsstürme aus, als ich meinen Plan verkündete, wandern zu wollen. Zumal das Wetter regnerisch und kalt war. Und Lola machte mir schnell deutlich, dass sie sich unsere Weltreise definitiv anders vorgestellt hatte. Aber sobald wir den ersten Hang an der Edertalsperre hinaufkrabbelten und in die Weite blickten, war ich glücklich. 

Und bekanntlich sind glückliche Mütter ja immer auch eine Voraussetzung für glückliche Kinder, und die Kinder ließen sich tatsächlich von meiner Begeisterung anstecken. Und so wanderten wir vergnügt an drei Tagen über die diversen Wanderwege des Nationalparks durch den hessischen Urwald. Fast ohne jedes Jammern und Klagen, sondern Geschichten erzählend, Stadt-Land-Fluß spielend und vergnügt. 

Die Wege waren aber auch toll, mit wunderschönen Aussichten, und nicht zu lang. Die Kanzelroute (ca. 5 km), der Goldgräbersteig (ca. 3 km) und der Knorreichenstieg (8 km). Also durchaus überschaubar und genau passend für die Regenlücken. 

Und ich kam wieder schön zu mir, im langsamen Gleichschritt im Wald, am Ufer der Eder. Brachte Herz und Seele wieder in Gleichklang, und kam endlich raus aus den vielen sich türmenden Gedanken der letzten Wochen, die mir den Alltag manchmal wie ein gefrässiges Ungeheuer erschienen ließen. 

Im Wald fiel all der Stress, die Fragen und die verkrampfte Suche nach Lösungen einfach von mir ab, Schritt für Schritt. Und im langsamen Atem kam ich wieder an bei mir. 

Und Lola und Pavel waren ebenso glücklich und zufrieden. Naja, wohl vor allem mit dem gemeinsamen Rommee-spielen und den beiden Filmen, die wir abends auf dem Sofa zusammen schauten (Prinzessin Mononoke und Karate Kid). Ein paar Tricks braucht natürlich auch die beste Mutter, um glücklich zu werden.






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