Mittwoch, 3. Juni 2026

Träume - Schäume?

 Wie lebt man, wenn große Träume schwer zu realisieren sind - weil man eine Behinderung hat? 

Lola ist 18 Jahre alt, hat Down-Syndrom, und will hoch hinaus: berühmte Sängerin werden, mit ihrem Mann auf einem Bauernhof leben und drei Kinder bekommen. Sie will Chefin einer Pizzabäckerei werden und eine Weltreise machen.

Ihre Träume inspirieren sie! Wieder und wieder malt sie sich aus, wie sie Konzerte gibt, umjubelt von ihren Fans. Probt Abend für Abend auf ihrer Zimmerbühne. Gerade war sie eine Woche auf einem Bauernhof mit Tieren, um ihrem Traum ein Stück näher zu kommen. Sie spielt Geige und lernt backen. 

Lola glaubt fest daran, eines Tages ihren Traum leben zu können - und ihre Visionen geben ihr Kraft, auch gegen alle Widrigkeiten in ihrem Leben, die sie oft geflissentlich ignoriert. 

Dass ihre Schritte winzig sind, sie weit davon entfernt ist, berühmt zu sein, keinen einzigen Song mit Text singen kann, Elternschaft für sie sicher schwierig wird und an Chefsein nicht zu denken, interessiert sie nicht. 

Illusionen - die Enttäuschung vorprogrammiert? Oder inspirierende Visionen, die ihrem Leben 'Sinn' verleihen? 

Spielen wir uns nicht alle im Grunde etwas vor? Halten an Visionen, Illusionen, Tagräumen fest, die uns Kraft und Flügel verleihen? Je höher und unerreichbar, desto besser? 

Vielleicht hat Lola damit intuitiv ein Geheimrezept für Lebenszufriedenheit entdeckt: Ich träume, also bin ich.

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