Lola's grösster Wunsch war, nach dem Schulabschluss eine Weltreise zu machen :-)
Ich hatte darüber nachgedacht. Überlegt, Sponsoren zu gewinnen, einen Projektantrag zu stellen, mir eine Auszeit zu nehmen. Ach, was wär das für eine Gelegenheit! Lola berichtet selber darüber, macht Fotos, stellt sie in einen eigenen Blog.
Befreundete Dokumentarfilmer waren begeistert: das könnte man ja auch filmisch begleiten.
So viele gute Ideen. Aber es fehlte an Zeit, an Energie. Kurz: das Leben kam dazwischen.
Und Lola ist es gewöhnt, dass ihre Ideen nicht in die Realität umgesetzt werden, zumindest nicht sofort.
Mit leichtem Protest ließ sie sich ein auf meine und Pavel's Idee, im Sommer doch einfach wieder nach Frankreich zu fahren. Wo wir seit drei Jahren begeistert hinfahren. Nachdem Lola 2023 den Impuls dazu gab, weil sie unbedingt nach Paris wollte!
Und so packten wir das kleine Auto, verstauten Zelte und Koffer und ab nach Frankreich. Diesmal in die Provence, bzw. ins Department Alpes-de-Haute-Provence, in die Ausläufer der französischen Alpen zum 'Lac de Serre Poncon'. Campingplatz direkt am See.
Aus Platzgründen ohne Tische und Stühle, als wahrscheinlich einzige Camper auf dem ganzen Platz.
Jahrelang hat mir das auch meine Pfadfinderehre verboten, so etwas spiessiges wie Campingstühle zu nutzen. Aber - seitdem wir nun regelmäßg fahren - schaue ich doch immer wieder neidisch zu den anderen Zeltern, die entspannt am Tisch sitzen und essen und spielen und lesen. In diesen breiten gemütlichen Camperstühlen, ein Bierchen in der Armlehne.
Und so herrliches das Baden im See und im Pool auch war, Wanderungen mussten sein. Natürlich - ähnlich klassisch - ohne App, nur mit Karte. Aber ach, nachdem wir in einem alten Eisenbahntunnel landeten, natürlich ohne Ausgang (nach 1km im Stockdunkeln kehrten wir um), installierte ich mir doch lieber eine Wander-App, und wir kamen endlich zum gesuchten Wasserfall, des 'Cascade costeplane', an einem kleinen Zufluss zur Ubaye.
Das Beste am Campingplatz war für Lola natürlich die Großbildleinwand, auf der sie die WM-Spiele gucken konnte. Wo sie als einzige Spanierin auf dem Platz lautsark den Sieg der Spanier gegen Belgien bejubelte - zum Leidwesen der zahlreichen begeisterten Belgienfans.
Kleiner Abend-trip nach Barcelonette, wo wir über Hindernisse balancierten und mitten in eine lautstark schreiende Gruppe von Kellnern gerieten, die mit Wein um sich spritzten - beim 'Course de garcons" - dem städtischen Kellnerlauf, wie wir am Ende feststellten :-) Nachdem wir uns schon sehr über die Rüpelhaftigkeit der Leute dort gewundert hatten.
Nach einer Woche zogen wir weiter, an die Provence d'azur. In ein wunderschönes Ferienhaus in La-Londe-les-Maures, das uns eine ganz liebe Schweizer Klientin überlassen hatte, deren Satzstreifen-Buchprojekt ich betreuen durfte. Wie herrlich, an der Oleanderhecke oder unter dem Feigenbaum auf der Terrasse zu sitzen, im eigenen Zikadenkonzert!
Bei großer Hitze lagen wir tagsüber eigentlich vor allem am Strand, vielmehr im Wasser, oder wanderten über den 'sentier littoral' bis zur göttlichen 'Plage de Leoube'. Karibikstrand mitten in Frankreich!
Hier konnte man es aushalten! Unter Pinien, im kühlen Wind im Sand liegen, oder über Algenwälder und durch Fischschwärme hindurch schnorcheln...
Lola strahlte wieder! Nachdem sie am Tag zuvor einen Hitzschlag erlitten hatte - mit Fieber, Kopfschmerzen und Magenproblemen, ein echter Hitze-Schock! Welch Erleichterung, als es ihr wieder besser ging. Von nun an musste sie täglich literweise Wasser trinken, um ja nicht wieder zu dehydrieren.
Da Lola aber trotz dieser Massnahmen die Hitze nicht bekam, und sie nachhaltig Verdauungsprobleme hatte, sagte ich die geplante folgende Campingwoche an den Calanques bei Marseille ab. Und wir fuhren zu Freunden an die Drôme, wo es zwar auch tags heiss ist, aber nachts angenehm kühl. Und wir endlich wieder entspannt schlafen und - tags wandern konnten!
Erfrischung direkt in der Drôme, unterm Wasserfall bei 'Le claps'.
Und als die Sonne im 'Forêt de Saoû' dann doch ungehindert brannte, half der zum Sonnenschirm umgenutzte Regenschirm, der im Urlaub ansonsten funktionslos gewesen wäre.
Am Ende unser dreiwöchigen Reise brachte ich die überglückliche Lola zu Ricardo nach Oberbozen - in den italienischen Alpen. Wo die Bozener ihre Sommerfrische geniessen. Und lecker schlemmen.
Mit Blick direkt auf die Dolomiten.
Und hier setzt Lola nun ihre Weltreise fort - diesmal in Italien! Bevor sie in zwei Wochen nach Spanien aufbricht. So dass es zwar keine Welt- aber doch eine tolle lange Reise durch Südeuropa wird.



















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