Freitag, 25. Mai 2012

Diese Technik..

Oh nein, jetzt wollte ich nur mal eben kurz das Layout meines Blogs ein wenig aufpeppen, da hab ich schon meine alte Vorlage unwiderruflich gelöscht. Na klasse... Und jetzt mal eben dieses ausgewählt, damit es überhaupt irgendwie aussieht. Wunderschön lindgrün alles. Nur, ein eigenes Foto als Hintergrund zu verwenden will mir nicht recht gelingen.

Ich bewundere alle, die es schaffen, dass ganz alleine immer so schön anzupassen. Wie geht das nur? Ich lasse es jetzt einfach so, bin zu müde, daran noch was zu ändern.



Jajajaja...Wenigstens noch ein paar Fotos, wenn auch ein paar Monate alt, von unser Kritzekratzemeisterin.

Montag, 21. Mai 2012

Hat Lola eine Apraxie?

Letzte Woche meinte unsere Logopädin zu uns, dass sie, was Lolas Sprache angeht, in letzter Zeit zunehmend Bauchschmerzen habe. Es könne sein - wohlgemerkt, dass sei nur eine Vermutung, dass Lola eine Sprech-Apraxie habe. Ihr Gesichtsausdruck dabei vermittelt mir den sofortigen Eindruck, dass das nichts Gutes sein kann. Und ich bekomme sofort ein Beklemmungsgefühl in der Brust, wie ich schon lange keines mehr hatte. Was soll das heißen? Was bedeutet diese Diagnose, wenn sie denn stimmt? Dass Lola niemals sprechen lernt?  Die Logopädin meint, sie hatte schon einmal ein Kind, das so sprach wie Lola, bzw. dieselben Schwierigkeiten zeigte. Sie ist jetzt 9 und spricht immer noch nicht. Nutzt nun aber einen Sprachcomputer. Schock!!!

Zu Hause hab ich erst mal wie wild recherchiert. Bin über deutsche und amerikanische Apraxia-Kids Seiten gejagt. Typisch seien starke motorische Probleme bei der Artikulation, Schwierigkeiten, aus Einzellauten Lautverbindungen oder gar Worte zu bilden, Lautvertauschungen, Vergessen einmal gekonnter Silben und Worte, ein großer rezeptiver Wortschatz im Verhältnis zu einem sehr kleinen expressivem Wortschatz. Vieles mehr, was ich von Lola gut kenne. Die alle Einzellaute kennt, sogar "lesen" bzw. auf Buchstabenkarten erkennen kann, aber nur selten zusammen bekommt. Die von sich aus keine eigenen Worte bildet. Keine Wortmelodie imitiert, immer nur die gleichen Lautserien. Hat sie vielleicht wirklich so eine Sprach-Apraxie? Das würde so manches erklären.

Denn ihr Verständnis ist sehr gut. Kognitiv scheint sie keine Probleme zu haben. Sie kennt und versteht unglaubliche viele Worte, sowohl in spanisch als auch in Deutsch. Und verfügt über einen sehr guten aktiven Gebärdenwortschatz. Den sie einsetzt, um über ihre Erlebnisse, ihre Wünsche und Ängste zu berichten. Zum Beispiel dass da im Baum letzten Sommer Jungs saßen und Indianer gespielt haben. Oder dass sie abends Angst hat, ins Bett zu gehen, weil da ein Tiger in ihrem Bett sitzt. Oder, dass sie ihre Schuhe nicht alleine anziehen kann, weil sie noch sooo klein ist.

Ihr aktiver Sprachwortschatz hingegen besteht aus: Lola, Greta, Mama, Papa, Pan (span: Brot) und agua (span: Wasser). Alles andere sind nur Wortannäherungen...

Tja, was ist denn nun angesagt?  Nun fürchte  ich, dass nun doch zu Hause eine intensive Sprachtherapie angesagt ist. Wo ich doch gar keine Lust hatte auf häusliche Förderung... Von Zeit und Energie erst gar nicht zu reden...  Aber Lola ohne Sprache, mit Sprachcomputer kommt mir gar nicht in die Kiste. Ich werde berichten....

Lola rocks

Lola ist im letzten Jahr zu einem richtigen eigenständigen kleinen Mädchen herangewachsen. Die weiß, was sie will. Sie kann sich komplett alleine an- und ausziehen. Wohlgemerkt, wenn sie will. Und vor allem, was sie will. Dann geht es aber ganz besonder schnell!!!


Sie liebt es aber auch, sich schick anzuziehen. Egal ob die Sachen zu klein sind oder gar Greta gehören, sie besteht auf ganz bestimmten Klamotten, die sie mehr oder weniger eigenwillig kombiniert. Und wenn sie sich einmal für etwas entscheiden hat, kann man sie nur unter Tränen noch davon abbringen...



Nachdem ich mich ja nun jahrelang gefragt hatte, ob sie jemals krabbeln oder laufen wird - als sie mit 2.5 Jahren immer noch nicht lief - läuft und tanzt und klettert und rennt sie mittlerweile ganz sicher und mit großer Begeisterung. Hier zum Beispiel beim Stopptanzen zu Gretas Geburtstag.



Sie hat im Kindergarten unglaublich viel, was das soziale Miteinander angeht, gelernt. Macht Gruppenspiele mit, hält sich an Spielregeln...


...und will natürlich immer genau das machen, was alle anderen machen... und genau dort sein. 


Vor allem aber malt sie mit großer Begeisterung. Blätterweise, stundenlang, mit hoher Konzentration und Ausdauer und - wie ich finde - einigem Geschick. So dass sie mittlerweile auch in Gretas Malkurs mitkommt, der zwar für größere Kinder ist, aber sie wollte unbedingt. Sie malt zwar oft andere Sachen, oder schneidet gerade mit großer Begeisterung mit der Schwere, aber immerhin ist sie fast eine Stunde konzentriert dabei. 


Tja, und das alles, obwohl ich sie in letzter Zeit wirklich sehr wenig zu Hause "gefördert" habe. Sie macht einfach alles mit, was Greta auch macht. Schaut sich im Kindergarten ganz viel ab. Und ist mit dabei...

Nur eine Sache, darin hinkt sie wirklich wirklich hinterher. Und das ist ihre Sprache ...

Mittwoch, 9. Mai 2012

Ich mit ohne Mama

Was ich noch gar nicht erzählt hatte: ich war im Rahmen der Leipziger Buchmesse vor ein paar Wochen auf einer ganz und gar fantastischen Lesung. Von Doro Zachmann und ihrem Sohn Jonas. Den der eine oder andere als "Knüller", aus dem Buch "Bin Knüller" kennt.

In dem neuen Buch "Ich mit ohne Mama", das Doro Zachmann gemeinsam mit ihrem Sohn geschrieben hat, geht es vor allem um das Erwachsen-Werden eines jungen Menschen mit Down-Syndrom. Dem Streben nach Eigenständigkeit, der zunehmenden Bewusstwerdung und Auseinandersetzung mit der Diagnose Down-Syndrom und klar, der Hingezogenheit zum anderen Geschlecht...

Begeistert hat mich vor allem Jonas selbst. Wie selbstbewusst und natürlich, unglaublich witzig und direkt er auf der Bühne agierte. Seiner Mutter klar zu verstehen gibt, dass sie keine Ahnung hat von Männersachen, sprich Bartwuchs, Rasieren und ihm das bitte gefälligst alleine überlassen soll. Dass er in der Auswahl seiner Musik und vor allem deren Lautstärke verdammt nochmal überhaupt nicht von ihr reglementiert werden möchte und mit stärkstere Zurückweisung reagiert, wenn sie ihre mütterliche Autorität dafür missbraucht. Wie er kämpft für sein Recht auf seinen eigenen Weg, wie jeder andere Heranwachsende auch, aber dazu noch mit einem entwaffnenden Charme. Und mit welch beneidenswertem Selbstbewusstsein er gesegnet ist, von dem man sich so gerne ein klitzelkleines Scheibchen abschneiden würde. Als seine Mutter ihm vorschlägt, einen Fanbrief -in dem sich eine junge Frau bei ihm für seine wunderbare Gesellschaft, seinen Humor und seine Fähigkeiten als Tänzer bedankt - als Andenken über sein Bett zu hängen, ist sein Kommentar: "Mama, den kannst du ruhig haben. Das weiß ich doch alles schon."

Bewundernswert auch Doro Zachmann, die Mutter. Wie herzlich und natürlich sie zusammen mit Jonas auf der Bühne agiert. Ihn respektiert und ernst nimmt, in allen seinen Äußerungen, mit seiner ganzen Art. Und das scheinbar von Kindesbeinen an, das hat mich sehr beeindruckt. Ihre Fähigkeit, ihren Sohn genauso wie er ist anzunehmen, ihm seine Eigenheiten als Teil und Ausdruck seiner Persönlichkeit zu lassen und sich wirklich ernsthaft mit ihm auseinanderzusetzen. Ihm zum hundertsten Mal, aber ganz ruhig und bestimmt zu erklären, dass er eine halbe Stunde eher mit dem Bus abfahren muss, um pünktlich um 14 Uhr beim Arzt zu sein. Weil der Bus eben eine halbe Stunde Fahrzeit braucht. Und fünf Minuten nicht reichen. Um ihm wirklich dabei zu helfen, unabhängig zu werden. Welche Geduld und Ruhe, da bräuchte ich auch mal mehr davon. Oder ihn gehen zu lassen, als er abends Wut entbrannt das Haus verlässt, weil er nicht weiter Fernseh schauen darf. Und erst Stunden später reumütig aus dem nächsten Dorf anruft, dass er jetzt zurückkommt, während sie fast gestorben ist vor Sorge. Ihm aber zugetraut hat, dass er das schafft, alleine in der Nacht seinen Weg zu finden. Und genau deswegen wahrscheinlich so viel schafft, weil sie es ihm von Anfang an zugetraut hat.

Nein, ich kann es gar nicht angemessen wiedergeben, diese wunderbare Lesung, die - wirklich ganz objektiv - mehr als kurzweilig war, liebevoll und sehr persönlich von beiden gestaltet und mit einer kleinen Tanzeinlage von Jonas noch zusätzlich aufgepeppt. Aber falls die beiden mal auf ihrer Lesetour in eurer Stadt gastieren sollten, ich kann euch einen Besuch der Lesung nur wärmstens empfehlen. Mir hat es einen sehr schönen Abend und ein neues Vorbild für Lola beschert, die allerdings schon heute in ihrem selbstbewusstsein und in ihrem Hang zur Komik nur wenig nachsteht.

Kleine Auszeit


Drei Tage Budapest, ganz ohne Kinder...


Lecker Kosher essen im Jüdischen Viertel.


Die stolze Donau.


Dienstag, 8. Mai 2012

Greta bittet zum Tanz




Badezimmerakrobaten