Sonntag, 22. März 2009

Mutter werden ist nicht schwer...

Ist es nun die Frühjahrsmüdigkeit oder noch die Winterdepression? Kann man in diesem Jahr schlecht auseinander halten. Ich bin total müde. Irgendwie saft- und kraftlos. Total ausgelaugt. Verwelkt würde man zu einer Pflanze sagen. War vorhin mal wieder draussen in der Welt, beim Tango tanzen. Und eine alte Bekannte sagte mir, ich sähe irgendwie so verändert aus, irgendwie so viel dünner, so ausgemärgt (gibt es dieses Wort). Ja, recht hat'se. Nur, was kann man da machen?

Nun habe ich versucht, meine Umgebung zu verändern. Unsere Wohnung. Einfach wärmer zu machen, wohnlicher, ein Zuhause. Für mich, für Ricardo, für die Kinder. Nicht ewig weiter in meiner verlängerten Studentenbude zu wohnen. Einfach mal Liebe in unsere vier Wände zu stecken, auf dass sie auch wieder zurückstrahlt auf uns. Jetzt ist tatsächlich alles hundertmal schöner als vorher, die Räume sind warm und gemütlich, ruhig und - halt viel mehr ein Zuhause. Und trotzdem, in mir diese ständige Unruhe.

Es gab ein paar Tage, da fühlte ich sie nicht, diese Unruhe, die mich nicht stille sitzen lässt. Da machte ich immer nur, was ich Lust hatte. Mit den Kindern ganz ruhig und langsam, mit Greta Kaffe kochen bis zur Überschwemmung, mit Lola Lieder singen, bis sie keine Lust mehr hat (ca. 1.5 Stunden), mich immer fragen, 'hab ich jetzt dazu Lust'? In Seelenruhe Wände streichen, das ist wirklich beruhigend. Die Wohnung einfach verkommen lassen, einfach alles stehen lassen und nur dann aufräumen, wenn man nicht mehr durchkommt. Auf diese Weise bekommt auch Ricardo die Chance, mit anzupacken bzw. übernimmt aus Eigeninteresse das Aufräumen. In diesen Tagen da ging es mir blendend, wirklich! Sah ich da auch besser und gesünder aus? Keine Ahnung, aber glücklicher fühlte ich mich.

Sobald ich jedoch den Anspruch habe, dass alles im Schuss ist zuhause, dreh ich am Rad, kann nicht mehr still sitzen. Das ist doch echt unglaublich, die vielen Dinge, die da durch die Gegend fliegen, immer wieder. Soviel haben wir doch gar nicht. Ich hab doch schon so viel weggegeben. Es ist einfach zum verrückt werden. Während einer Mahlzeit steh ich bestimmt zehn mal auf, um irgendwas zu holen, einen Lappen, ein Lätzchen, einen Löffel, der runtergefallene Löffel, ein anderer Teller, die rosa Tasse, der Topflappen, ein Handtuch, Nachtisch... AHHHHHH!!!!

Ah, jetzt fällt's mir wieder ein. In den Tagen, wo es mir gut ging, hab ich mir öfter einfach mal 'frei genommen', bin alleine aus dem Haus, und Ricardo war mit beiden Mädels alleine. Warum mach ich das nicht öfter?

Ich find es schwer, gegen seinen Protest meinen Willen 'durchzudrücken' und einfach mal was für mich alleine zu machen Klar, ich kann schon mit beiden Mädels einkaufen gehen oder raus in den Wald. Klar, kann ich sie baden, anziehen. Klar, kann ich morgens um 6 Uhr aufstehen, wenn Lola ruft. Und nachts um zwei, drei, vier, fünf, weil Greta ihr Wasser nicht findet, weil der Wolf kommt, weil sie aufstehen will, weil sie in der Küche schlafen will. Klar, Ricardo muss arbeiten. Aber doch nicht immer!? Vielleicht muss ich einfach mal weggehen, zwar nicht zum arbeiten, aber zu einer Freundin, zum Tango, zum Yoga. Einfach so, auch am Tag, wenn die Mädels wach sind. Damit er all die Dinge mal übernimmt, so er denn kann....

Vielleicht bin ich nicht egoistisch genug. 'Ich muss jetzt los' und Türe zu. 'Ich habe zu tun'. Wird Zeit, das ich mal wieder ein richtiges Projekt anfange, das mir selber so wichtig erscheint, dass ich dafür auch mal Protest in Kauf nehme und kein schlechtes Gewissen habe. Für einen Job würde ich das ja auch. Aber der bringt ja Geld. Aber kann das alles sein?

Kommentare:

Julia hat gesagt…

Hallo liebe Amelie,

vielleicht kann ein Treffen in der nächsten oder übernächsten Woche ein Anfang sein. Habe mich jedenfalls total gefreut, dich am Samstag wiedergesehen zu haben! LG, Julia

amelie hat gesagt…

Liebe Julia,

oh, gerne. morgen früh oder freitag früh kannst du gerne zum kaffetrinken vorbeikommen. wir (lola und ich) freuen uns riesig.

lg,
amelie

Bettina hat gesagt…

Hey, wenn wir in Leipzig wohnen würden, dann würden wir glatt einen Besuch abstatten und dich mit Kuchen beglücken :-). Das macht zwar dick, aber dafür gute Laune.

Bald kommt der Frühling!

Grüße

Bettina mit Benjamin

Verena hat gesagt…

Hi Amelie!

ja, mach mal was alleine! Das tut im Endeffekt allen gut, und ganz besonders Dir! Würde mir ganz genauso gehen...

Viele Grüße aus Berlin!

Veri