Montag, 27. Oktober 2008

Homöopathie und Down-Syndrom

Beim Stöbern im Netz bin ich auf ein sehr schönes Buch gestossen, 'Homöopathie in der Kinder- und Jugendmedizin' von Herbert Pfeiffer. Im Kapitel 'Entwicklungsbezogene Störungen' widmet er sich eingehend dem Thema 'Down-Syndrom' und der homöopathischen Behandlung der oft damit einhergehenden Krankheiten wie z.B. Atemwegsinfekten.

Unter anderem habe ich darin gelernt, dass 'Calcium carbonicum' vor allem bei Neugeborenen mit Down-Syndrom das Mittel der Wahl ist. Und nicht ein Allheilmittel bei Entwicklungsverzögerungen, wie ich es bisher angenommen hatte und wie auch mein Post 'Calcium Carbonicum' vermuten liess. Auch bei Kindern mit Down-Syndrom ist die Mittelgabe in erster Linie abhängig von der speziellen Symptomatik und der Persönlichkeit des Kindes, also so unterschiedlich wie Kinder eben unterscheidlich sein können...

Hier ein Zitat aus dem Buch:

Kein Kind mit Down Syndrom ist das Spiegelbild aller anderen Kinder mit Down Syndrom, sondern sie sind einzigartig in ihrer Persönlichkeit, mit individuellen Bedürfnissen, Entwicklunsgverzögerungen und gesundheitlichen Problemen.

Abgesehen von den angeborenen Fehlbildungen werden sie nicht von vornherein 'krank' geboren, sondern befinden sich in ihrem Lebenslauf in einem permanenten Prozess der Entwicklung und Veränderung. Im Laufe ihres Lebens werden auch sie als Individuen mit immer neuen Entwicklungsimpulsen konfrontiert, die zu Konflikten und leidvollen Erfahrungen mit unterschiedlichen Reaktionen (=Krankheit) führen können.

Es ist sicherlich unbestritten, dass das Down Syndrom zurzeit weder durch konventionelle noch durch homöopathische Bemühungen 'geheilt' werden kann. Geht man aber von der Anschauung aus, dass das Down Syndrom keine Erkrankung, sondern eine - wenn auch extreme - Variante des normalen Menschseins darstellt, so scheint die Möglichkeit bzw. Notwendigkeit einer 'Heilung' von zunächst untergeordneter Bedeutung.

Sehr schön und treffend, diese Sätze. Das schönste ist, dass sie nicht in einem Büchlein für frisch-gebackenen Eltern von einem Kind mit Down Syndrom stehen, sondern in einem Lehrbuch, das viele homöopathisch behandelnde Kinderärzte nutzen. Weswegen man also von dieser Seite einen offenen Blick erwarten kann ....

Aber lest hier selber weiter, denn das Buch ist zu grossen Teilen frei im Netz.

Kommentare:

Julia hat gesagt…

Hallo Amelie,

danke für die Info! Zum Thema "krank sein": habe Eddy gestern mit hohem Fieber aus der Kita abgeholt. Er ist zwar einigermaßen gut drauf, aber ob es am Donnerstag klappt, kann ich nicht versprechen. Vielleicht, wenn das Wetter schön ist, auf einen Spaziergang im Park. Dann kommen sich unsere Zwerge nicht ganz so nahe.. Ich melde mich vorher auf alle Fälle noch mal. LG; Julia & Jungs

Gabriela hat gesagt…

Wir sind bei einem ganz klassischen Homöopathen. Er sagt uns nie, welches Medikament er uns gibt, weil er vermeiden will, dass wir uns oder unsere Kinder in ein nachzulesendes Schema stecken, dass wir uns selber typisieren, obwohl vielleicht die Wahl für ein Mittel aus einem ganz anderen Grund gefallen ist. Er sagt, bei 10 Menschen, die sich mit demselben Schnupfen angesteckt haben, verabreicht er unter Umständen 10 verschiedene Medikament.
Mein Mann hat damit immer wieder Mühe, ich kann gut damit leben, weil er uns einfach super toll begleitet und unglaublich gut zuhören kann. Wie sagte auch mein Mann gestern: "Da kommst du in die Praxis rein, und fühlst dich gleich schon besser."
Werde mir den Link aber merken, für alle Fälle...
lg gabriela